Kultur

Bernhard Purin. (Foto: dpa/Frank Leonhardt)

20.02.2024

Bernhard Purin verstorben

Bis zuletzt leitete der Gründungsdirektor das Jüdische Museum München

Bernhard Purin, der Direktor des Jüdischen Museums München verstarb unerwartet im Alter von 60 Jahren. Purin ist gebürtiger Bregenzer. In Tübingen studierte er Empirische Kulturwissenschaften und Neue Geschichte in Tübingen. Als Projektleiter betreute er kritisch den Aufbau des Jüdischen Museums Hohenems. Von 1992 bis  1995 arbeitete er am neu gegründeten Jüdischen Museum Wien, wo er das Wiener Jahrbuch für jüdische Geschichte, Kultur & Museumswesen initiierte und herausgab. Seiner Forschung in Jerusalem ist die Entdeckung des Iventarbuchs des weltweit ersten Jüdischen Museums in Wien  zu verdanken, was die Rekonstruktion der Vorkriegssammlung ermöglichte. 1995 übernahm Purin die Leitung des Jüdischen Museums Franken in Fürth. 2002 folgte seine Berufung als Gründungsdirektor des Jüdischen Museums München, das  2007 öffnete.

Die Weggefährt*innen Jutta Fleckenstein (Jüdisches Museum München),  Felicitas Heimann-Jelinek und Michaela Feurstein-Prasser (xhibt.at), Hanno Loewy (Jüdisches Museum Hohenems) sowie  Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München) würdigen den Verstorbenen in ihrem Nachruf utner anderem (veröffentlicht in der Münchner Rathaus Umschau):

"Unter Bernhard Purins Leitung war München über all die Jahre ein Ort innovativer Ausstellungsinhalte und Gestaltung sowie ein begehrter Projektpartner. Zu einer seiner kulturgeschichtlich originellsten Ausstellungen gehörte dabei sicherlich 2016/17 Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten. Prinzipiell gehörte es zu seinen Stärken, immer die thematisch-inhaltliche Anbindung an den Ort seines Wirkens im Auge zu behalten. In der Landeshauptstadt war er auch an der Entwicklung des 2017 eröffneten Erinnerungsorts für die Opfer des Olympia-Attentats führend beteiligt. 2022 koordinierte er mit seinem Team und in Zusammenarbeit mit einer Reihe von anderen Münchner und bayerischen Einrichtungen ein zwölfmonatiges Erinnerungsprojekt Zwölf Monate – Zwölf Namen, das jeden Monat einem der 1972 Ermordeten gedachte.

Bernhard Purin war weltweit als Experte für Judaica geschätzt und in ständigem Austausch mit Sammlerinnen und Sammlern. Seine Liebe zu jüdischen Ritualgegenständen kam nicht nur in solch großen objektbasierten Ausstellungen wie beispielsweise 2018 in Sieben Kisten mit jüdischem Material – Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute zum Ausdruck, sondern auch in vielen kleineren Präsentationen wie 2009 Schilder- und Metallkunst Heinrich Schwed. Judaica aus einer Münchner kunstgewerblichen Werkstätte oder 2014 Samsons Leuchter – Ein Chanukka-Leuchter aus dem Besitz der Familie Wertheimer sowie in zahlreichen fundiert recherchierten Einzelpublikationen."

Kondolenzbuch liegt im Jüdischen Museum aus
Bis Sonntag, 3. März, liegt im Jüdischen Museum, St.-Jakobs-Platz 16, ein Kondolenzbuch für Bernhard Purin aus. Es ist zu den Öffnungszeiten des Museums, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, für die Öffentlichkeit zugänglich.

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