Politik

13.07.2025

Braucht es mehr Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden?

Die Sommer werden heißer – und damit wächst der Handlungsdruck: Wie kann der Staat besonders gefährdete Menschen in Schulen, Kliniken oder Pflegeheimen vor der zunehmenden Hitze schützen? Die Grünen fordern ein umfassendes Hitzeschutzprogramm mit Klimaanlagen auch in öffentlichen Einrichtungen. CSU-Vertreter halten das für übertrieben, teuer und ökologisch bedenklich

JA

Von Katharina Schulze, Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Landtag

Die Klimakrise ist längst in unserem Alltag angekommen, aktuell besonders spürbar in Hitzewellen, die ältere Menschen, Kinder und Kranke stark belasten. Wenn Schüler*innen ihre Abschlussprüfungen schreiben oder Kranke sich nach einer Operation erholen müssen, reicht ein Ventilator vorm Gesicht schlicht nicht aus! Wir brauchen endlich einen flächendeckenden Hitzeschutz in öffentlichen Einrichtungen mit Sonnenschutz, Fassadenbegrünung, aber eben auch Klimaanlagen. Natürlich verbrauchen solche Kühlsysteme Strom – aber moderne Systeme können klimafreundlich, effizient und mit erneuerbarem Strom betrieben werden. Wir dürfen vulnerable Gruppen nicht im Hitzestau zurücklassen. Gerade Schulen, Kitas, Kliniken und Pflegeheime brauchen angenehme Raumtemperaturen, damit Lernen, Arbeiten oder Gesundwerden überhaupt möglich sind. Klimaschutz bleibt zentral, aber genauso wichtig ist die Anpassung. 
 

 

NEIN

Von Alexander Flierl (CSU), Vorsitzender des Umweltausschusses im Landtag

Ein staatliches Programm zum Einbau von Kühlsystemen in öffentlichen Einrichtungen klingt auf den ersten Blick sinnvoll – ist aber teuer, kurzsichtig und ökologisch fragwürdig. Statt energieintensiver Technik sollten bauliche Maßnahmen wie Verschattung, Begrünung und natürliche Lüftung im Vordergrund stehen. Viele Träger handeln längst: Krankenhäuser nutzen die bestehende Investitionsförderung, Pflegeeinrichtungen schulen ihr Personal gezielt, Beratungsangebote des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheitsschutz im Klimawandel stehen bereit. In Zeiten knapper Haushalte müssen wir gezielt investieren – nicht mit der Gießkanne. Effektiver Hitzeschutz entsteht durch kluge Konzepte, vorausschauende Planung und bauliche Intelligenz – nicht durch flächendeckende Subventionierung energieintensiver Technik.
 

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