Kultur

Vielleicht bestimmt künftig das junge Publikum mit, welche Stücke auf den Spielplan kommen? Vermutlich regen Zuspruch würde es dann auch für "Schreimutter" geben, das die Münchner Schauburg mit Helene Schmitt seit Jahren zeigt – aktuell auch in ihrem Online-Angebot. (Foto: Christian Kleiner)

12.03.2021

Der Nachwuchs redet mit

Mehrere Theater wollen einen landesweiten Jugendtheaterrat bilden

Es nicht bei guten Absichten belassen, sondern etwas Konkretes machen – nämlich dem Kinder- und Jugendtheater in Bayern noch mehr Unterbau geben: Am 20. März ist Welttag des Theaters für junges Publikum, und an diesem Tag wollen sich bayerische Theater treffen, um sich über die Bildung eines landesweiten Jugendtheaterrats auszutauschen. Er betrifft die Altersgruppe zwischen 14 und 18 Jahren. Beteiligt sind derzeit zum Beispiel das Staatstheater und das Junge Theater Augsburg, das Stadttheater Fürth, die Münchner Schauburg Theater Mummpitz, Theater Pfütze und Gostner Hoftheater aus Nürnberg, Theater Regensburg, Stadttheater Ingolstadt, Theater an der Rott und Theater Schloss Maßbach – außerdem das Theater Erlangen, das die Vorarbeiten für das virtuelle Treffen übernommen hat.

Fertiges Konzept vermeiden

Man will zunächst Grundsätzliches besprechen: Welche Funktion, welche Aufgaben ein Jugendtheaterrat haben könnte – wie er sich zusammensetzen soll. In diesem Rat sollen Jugendliche ein Podium bekommen, wo sie Gehör finden und sich engagieren sollen, wo sie vielleicht Anregungen geben können für neue Stoffe, Inhalte, künstlerische Prozesse. Auf keinen Fall möchte man den Jugendlichen deshalb von vorneherein ein fertiges Konzept vorsetzen.

Die Idee einer solchen Institution hat der Arbeitskreis Kinder- und Jugendtheater in Bayern aufgenommen, erzählt Andrea Maria Erl, die künstlerische Leiterin des Theaters Mummpitz und eine der Sprecherinnen des Arbeitskreises. Die Idee geht aus von einem Manifest der Assitej, einer internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche (in dem Netzwerk sind rund 100 Länder engagiert, der deutsche Verein wurde vor 55 Jahren ins Leben gerufen). In diesem Manifest, das sich unter anderem an alle Regierungen, Parteien, Kommunalbehörden und Kultureinrichtungen wendet, geht es darum, Kindern und Jugendlichen das Recht zu verschaffen, „auch und gerade in Krisenzeiten Zugang zu Kunst und Kultur zu erhalten und daran teilzuhaben“. Für Kultureinrichtungen bedeutet das Manifest, „in ihrer Arbeit für Kinder und Jugendliche die höchstmögliche Qualität anzustreben“ und „sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche auf allen Ebenen an Entscheidungen beteiligt werden“.

In vielen Häusern wurden mit diesem Appell quasi offene Theatertüren eingerannt. Einige einschlägige Einrichtungen gibt es bereits, von deren Erfahrungen man profitieren kann: so etwa vom Berliner Grips-Theater und den Theater-Checker*innen in München.

Auch andernorts wurden längst Erfahrungen gesammelt mit dem Einbinden von Meinungen und Anregungen der Kinder und Jugendlichen in den künstlerischen Prozess. Am Jungen Theater Regensburg beispielsweise gibt es neben den üblichen Spielclubs eine Kooperation mit 30 Schulen aus Stadt und Landkreis, sagt die dortige Theaterpädagogin Lisa Hörmann. Die Anbindung an Schulen sei schon deshalb so wichtig, um auch solche Kinder anzusprechen, die nicht von Haus aus mit der Familie ins Theater gehen oder sich dafür interessieren.

Denn das könnte einer der zentralen Aspekte beim Jugendtheaterrat sein, sagt die Erlanger Chefdramaturgin Karoline Felsmann: im Rat auch nicht-theateraffine junge Leute anzusprechen. Denn wo anders als auf den Theaterbühnen könne die Lebenswirklichkeit von jungen Menschen so direkt verhandelt werden? (Christian Muggenthaler)

Information: Wer sich für den Theaterjugendrat interessiert, erfährt mehr darüber in Videoclips unter www.kjt-bayern.de

 

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