Kultur

In diesem Jahr feiert Rolando Villazón als Intendant der Salzburger Mozartwoche gleich zwei Jubiläen: Mozarts 270. Geburtstag und das 70-jährige Bestehen des Festivals. (Foto: dpa/picturedesk.com, Franz Neumayr)

23.01.2026

Mozartwoche in Salzburg feiert Jubiläum

Bei der Salzburger Mozartwoche wird der 270. Geburtstag des Komponisten gefeiert – und ein Festivaljubiläum

Die Durchsage ist eine starke Ansage. „Mozart lebt!“, tönt es vom Band vor den Konzerten bei der Mozartwoche in Salzburg. Die Stimme gehört Rolando Villazón. Seit 2017 verantwortet der berühmte Tenor die Reihe. In diesem Jahr muss man vom 22. Januar bis zum 1. Februar den Ausruf wörtlich nehmen, denn: Es stehen gleich zwei runde Jubiläen an. Am 27. Januar feiert die Musikwelt den 270. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart. Gleichzeitig wird das nach ihm benannte Festival in seiner Geburtsstadt 70.

Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1877 zurück

Als 1956 der 200. Geburtstag von Mozart anstand, wurde vom Mozarteum die erste Salzburger Mozartwoche veranstaltet. Seither lädt die Reihe alljährlich um den 27. Januar an die Salzach, um den weltberühmten Sohn der Stadt groß zu feiern. Die Ursprünge des Festivals reichen indessen bereits auf das Jahr 1877 zurück. Damals organisierte das Mozarteum ein erstes Salzburger Mozartfest. Bis 1910 folgten unregelmäßig sieben weitere Mozartfeste.

Damit zählt die Mozartwoche zu den ältesten Reihen dieser Art und ist im Grunde auch älter als das 1921 gestartete Mozartfest in Würzburg. Die Bedeutung der Mozartwoche als höchst vielfältige Spielwiese der Mozart-Interpretation lässt sich nicht genug betonen. Ob die Wiener Philharmoniker, Dirigenten wie Herbert von Karajan oder Karl Böhm, der Originalklang-Pionier Nikolaus Harnoncourt oder Interpreten wie Clara Haskil, Anne-Sophie Mutter, Gezá Anda, Wilhelm Backhaus oder Tatjana Nikolajewa: Sie alle waren hier.

Bis heute ist die Mozartwoche eine diverse, lebendige, aktuelle Werkstatt der Interpretation. Hier werden keine Mozart-Konventionen zementiert, sondern unterschiedlichen Perspektiven erprobt und gelebt.

Dieses offene Profil hat Villazón als Intendant weiter geschärft. „Ich liebe die Diversität der Interpretation“, schwärmt der sympathische, beim Publikum beliebte Kommunikator im Gespräch. „Meine Verantwortung als Intendant ist, meinen subjektiven Geschmack bei mir zu lassen und diese Diversität zu präsentieren: dass ich alle Möglichkeiten zulasse.“

Genau das zeichnet die Mozartwoche aus. Mit einem ausgeklügelten, unterschwelligen Rahmenprogramm hat Villazón die Mozartwoche erfolgreich für ein diverses, breites Publikum geöffnet. Für diese Mischung wurde die Mozartwoche vom Österreichischen Musiktheaterpreis 2024 zum „Besten Festival“ gekürt. Mit Auslastungen von wenigstens 80 Prozent bis restlos ausverkauft ist die Mozartwoche vergleichsweise gut durch die turbulenten letzten fünf Jahre gekommen.

Programm für andere Komponisten geöffnet

Gleichzeitig hat Villazón auch im Kernprogramm künstlerisch eigene Akzente gesetzt. Ihm ist es zu verdanken, dass seit 2023 der katalanische Originalklang-Exeget Jordi Savall dabei ist. Und Villazón hat die Reihe auch für andere Komponisten sinnstiftend weiter geöffnet. „Es geht zentral um Mozart, auch wenn andere Komponisten im Programm präsentiert werden“, so Villazón. „Die Präsenz anderer Komponisten bringt mehr Farben und mehr Licht, aber: Der König bleibt Mozart.“

Was Villazón poetisch „Farben und Licht“ nennt, heißt neudeutsch „Kontextualisierung“. Das lässt in diesem Jahr aufhorchen, denn: Bei der Mozartwoche wird nicht das Geburtsjahr 1756 in den Fokus gerückt, sondern sein Todesjahr 1791. Das Motto „Lux aeterna“ verweist auf das unvollendete Requiem. Während der Arbeit daran ist Mozart verstorben. Erst mit seinem Tod sei er unsterblich geworden, so Villazón.

Natürlich darf das Mozart-Requiem nicht fehlen. Die hellhörige Originalklang-Poetin Christina Pluhar dirigiert, die Alt-Partie gestaltet der Countertenor Philippe Jaroussky. Im Zentrum der Mozartwoche steht eine Neuinszenierung der Zauberflöte von Villazón in hochkarätiger Besetzung. Ausstellungen ergänzen die Opernproduktion, darunter im Rupertinum für Moderne. Dort werden Zauberflöten-Arbeiten von Oskar Kokoschka und anderen gezeigt. Das Programm ist generell überaus reichhaltig und üppig. (Marco Frei)
 

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