Kultur

Der künstlerische Leiter des Festivals, Jakob Stepp, ist selbst Musiker. (Foto: Marisa Metzger)

18.09.2026

Musikfestspiele Schwaben: Ein großes Miteinander für die ganze Region

Bald fällt der Startschuss für die neuen Musikfestspiele Schwaben

Die Gründung eines neuen Klassik-Festivals erscheint gewagt. Wenn allseits Sparzwang herrscht, stehen Kunst und Kultur an letzter Stelle. Für Jakob Stepp ist gerade deswegen die Gründung eines neuen Festivals umso dringender. „Wir sehen, dass die Angebote generell schrumpfen. Also haben wir uns gesagt: Wenn es uns jetzt gelingt, mit einem Kreis von hoch motivierten Personen ehrenamtlich etwas auf die Beine zu stellen, wäre das die perfekte Antwort auf diese Entwicklung.“

Mit den neu begründeten Musikfestspielen Schwaben ist tatsächlich die perfekte Antwort geglückt, denn: Das Angebot sieht nicht einfach hochkarätig besetzte Konzerte vor. Ob Meisterkurse und erste Auftrittsmöglichkeiten für Jungtalente oder Musikvermittlung für Krippen, Schulen und Heime: Mit dem neuen Festival wird auch gesellschaftlich Verantwortung übernommen, und dies für eine ganze Region.

Im Rahmen der Musikfestspiele Schwaben werden nämlich nicht nur Augsburg und andere urbane Zentren im Bezirk Schwaben bespielt, sondern auch der ländliche Raum. „Es gibt zwar schon Angebote, aber wir möchten sie ergänzen und bereichern. Wir sehen uns nicht als Konkurrenz.“

Als künstlerischer Leiter verantwortet Jakob Stepp die neue Reihe. Er ist selber Cellist, Mitte dreißig, lebt mit seiner Frau Marisa Metzger, die die Festivalleitung übernommen hat, und ihrer gemeinsamen Tochter in Stadtbergen. Als Musiker ist Stepp selbst international unterwegs. In Stuttgart geboren, hat er bei Martin Ostertag, Peter Bruns und Heinrich Schiff studiert. Weitere Impulse empfing Stepp von Julian Steckel, Jens Peter Maintz und dem Artemis Quartett. Er hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen und gemeinsam mit Schiff 2015 ein Kammermusik-Festival in Montecastelli in Italien gegründet. Er kennt sich also auch als Veranstalter bestens aus.

In der Region kommt die neue Initiative sehr gut an. In ihrem ersten Jahr werden die Musikfestspiele Schwaben kulturpolitisch vom Bezirk Schwaben rege unterstützt. Gleichzeitig konnten private Geldgeber und Sponsoren gewonnen werden. Die Mittel fließen vollständig in die Projekte, Konzerte und Gagen. Das Team der Musikfestspiele Schwaben arbeitet und musiziert umsonst, also ehrenamtlich, so auch Stepp. Er ist auch selbst als Cellist zu erleben.

Der Reigen der hochkarätig besetzten Konzerte startet jetzt am 25. September. In der Benediktinerabtei in Ottobeuren gastiert Sophia Brommer. Die gefeierte Sopranistin, Preisträgerin des ARD-Musikwettbewerbs in München, präsentiert sich mit dem Gitarristen Takeo Sato und Stepp am Cello.

Schon Anfang Oktober folgt der nächste Höhepunkt. Im Kleinen Goldenen Saal des Jesuitenkollegs St. Salvator in Augsburg ist Baiba Skride zu erleben. Die Stargeigerin musiziert dort am 7. Oktober mit dem Klarinettisten Pablo Barragán. In die Tasten greift Maximilian Kromer, das Cello streicht Stepp. Auch das Goldmund Quartett aus München schaut vorbei. Im Bürgersaal Stadtbergen präsentieren die vier Musiker nicht nur Joseph Haydn und Antonín Dvorák, sondern auch alpenländische Volksmusik. Mit einem Soloprogramm ist zudem der preisgekrönte Geiger Tobias Feldmann zu erleben. Im November laden überdies der Gitarrist Takeo Sato und Stepp für einen Duo-Abend in den Bürgersaal Meitingen.

Mit einem „Trio à la carte“ am ersten Adventswochenende im Kloster Holzen klingt die erste Ausgabe der Musikfestspiele Schwaben aus. Bis dahin reihen sich Höhepunkte aneinander. Für jeden Geschmack und jedes Alter wird etwas geboten, denn: Die Musikfestspiele Schwaben feiern das Miteinander. (Marco Frei)

25. September bis 28. November. Musikfestspiele Schwaben, weitere Informationen unter www.musikfestspieleschwaben.de
 

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