Kultur

„Pozellankokons und Schmuck“ von Barbara Dorfner und Veronika Riedl. (Foto: Dorfner, Riedl)

02.04.2019

Schöne Beziehungsgeschichte

Eine Ausstellung in Weiden zeigt Synergie und Symbiose zwischen Schmuck und Hülle


Schmuck und Hülle - zwei Objekte, die zueinander in besonderer Beziehung stehen. Das Schmuckstück ist "glänzend" und eigenständig. Ist die Hülle demgegenüber zurückhaltend, dienend? Jedoch, das Eine bedarf des Anderen: Das Juwel bliebe ohne Umhüllung schutzlos und verletzlich, die
Hülle ohne Inhalt zweck- und bedeutungslos. Beide haben einander etwas zu geben, sie sind auf
Augenhöhe, ergänzen einander, werten einander auf. Die Hülle bietet Schutz, Bewahrung, Podest,
Bühne, sie gewährt dem Schmuck den großen Auftritt. Zuteil wird ihr dafür Persönlichkeit, Bedeutung,
Inhalt. Es entsteht Synergie, aus Synergie wird Symbiose.

Die Wechselwirkung zwischen einem Objekt und dem umgebenden Raum untersuchten 32
Künstlerinnen der GEDOKmünchen im Rahmen des "schmuckundhülle"-Projektes über einen Zeitraum
von vier Jahren. Seit 2016 fanden sich in jedem Jahr acht Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen
Sparten der angewandten Kunst zu Paaren zusammen um einen Spannungsbogen zwischen Schmuck
und Hülle zu schlagen.

Im Internationalen Keramik-Museum in Weiden werden erstmals alle Arbeiten, die im Rahmen des Projektes entstanden sind, in einer umfassenden Ausstellung gezeigt. Die Zusammenführung eigenständiger kunsthandwerklicher Disziplinen führte zu einer frischen Betrachtungsweise der eigenen Arbeit, aus der sich völlig neue Objekte entwickelten, die die traditionelle Bedeutung der Begriffe von "Schmuck" als tragbarem, also mobilem Objekt und der statischen "Hülle" aufheben. In allen Interpretationen vereinen sich Objekt und Umgebung zu einem symbiotischen Ganzen. Sie gehen ein reges Wechselspiel ein, sich gegenseitig inspirierend, belebend, reflektierend.

Die Hülle wirkt schützend und wertschätzend zugleich - der kostbare Inhalt unterstreicht
ihre eigenständige Ausdrucksform. Formvariation, Materialfülle und Farbenvielfalt der Einzelstücke
sprengen die herkömmlichen Grenzen. Die Spanne zwischen klassischer und konzeptioneller
Auffassung des Themas ist in der Werkschau zu verfolgen. Die Künstlerinnen überspannen den Bereich von Blumenkunst über Glas und Licht, Gold- und Silberschmiedekunst, Holzbildhauerei, Keramik-, Leder-, Papier- bis Textil-Kunst. (BSZ)

Information: 7. April bis 26. Mai. Internationalen Keramik-Museum, Luitpoldstraße 25, 92637 Weiden i.d. Oberpfalz. www.ikmweiden.de

Abbildung: „Spielringe“ von Gabriele Miller-Lehsten, Barbara Heigert und Cornelia Möbs. (Foto: Miller-Lehsten, Heigert, Möbs)

 

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Grundsteuer: Ist ein wertunabhängiges Modell sinnvoll?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2019

Nächster Erscheinungstermin:
29.November 2019

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 30.11.2018 (PDF, 37 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.