Kultur

In Bad Wörishofen treffen die Orchesterprofis von Morgen auf Stars wie David Garrett. (Foto: Esther ecko communications)

18.09.2015

Von den Stars lernen

David Garrett ist nur einer der Großen, mit denen der musikalische Nachwuchs in Bad Wörishofen beim Festival der Nationen auf der Bühne steht

Die musikalisch talentiertesten Kinder und Jugendlichen aus ganz Bayern und im Alter von 11 bis 17 Jahren haben schon ihr erstes Wochenende in Bad Wörishofen verbracht. Bis zum 27. September haben sie noch Zeit zur Vorbereitung auf ihren großen Auftritt. Als „vbw Festivalorchester“ spielen sie dann im Großen Kursaal zwei Konzerte mit Rossini, Beethoven – und Superstar David Garrett als Frontmann in Max Bruchs berühmtem Violinkonzert. Wenn man mit Winfried Roch darüber spricht, hat man den Eindruck, dass ihm dieses „vbw-Orchester“ besonders am Herzen liegt. Die Abkürzung heißt „Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft“, und das Nachwuchsorchester gehört als ganz wichtiger Bestandteil zum Festival der Nationen, das nächsten Freitag im schwäbischen Kurort beginnt. Das Festival hat, so Roch, drei Säulen: die Stars, die „junge Weltelite“ und die Projekte für Kinder und Jugendliche. Schließlich hat Roch, inzwischen weltweit aktiver Konzert-Impresario mit Diana Damrau und vielen bekannten europäischen Orchestern im Portefeuille, in seiner Jugend noch selbst die Trompete bei der Festivalfanfare gespielt. Mit der wurde vor 25 Jahren noch das überall bestaunte Ivo-Pogorelich-Festival in Wörishofen eröffnet. Aus den Fanfarenbläsern ist dann das „ensemble classique“, ein Brass-Sextett, geworden und aus dessen Vermarktung die Roch-Agentur samt Vertretung in Peking. Und aus dem Pogorelich-Festival ein Festival mit Justus Frantz als Galionsfigur.
Später wollte man in Bad Wörishofen von diesem auf einen einzigen Musiker fokussierten Konzept abgehen. Also gibt es seit sechs Jahren die drei Säulen des Nationenfestivals. Das wird durch die Kurstadt gefördert, durch private Initiativen und Sponsoren. Roch kann die Musiker, mit denen er sowieso zusammenarbeitet, überreden, auch in die schwäbische Provinz zu kommen. Und er überzeugt junge Talente, dort ihre Karriere zu beginnen: So zum Beispiel die Geigerin Julia Fischer, die dort einst noch mit der Zahnspange auftrat, ebenso wie den Flötisten Emanuel Pahud.

Kur und Kultur

Der Bezug zum Nachwuchs taucht im Interview mit Winfried Roch immer wieder auf: Dass zum Beispiel zur Generalprobe mit David Garrett 900 Kinder eingeladen werden, denen er sein Instrument und das Programm vorstellt, dass es Workshops (dieses Jahr zu Tschaikowsky) gibt, die Kindergärten, Grundschulen, Gymnasien angeboten werden, und eine Zauberflöte für Kinder (ein München-Import).
Motivation für die Stadt ist, dass Wörishofen nicht nur als Kur-, sondern auch als Kulturstadt entdeckt werden soll – bis ins benachbarte Ausland hinein. Lockmittel sind dabei, gerade für ein jüngeres Publikum, die moderaten Eintrittspreise und neue Formate, mit denen man die Menschen an die Klassik heranführen will. Etwa ein sonntägliches Musikfest mit der Festival der Nationen-Meile, wo sich Kultur und Kulinarik begegnen, oder ein Tango-Konzert in der Hotel-Lounge, wo einem dann die Stars über den Weg laufen. Oder mit einem „Prix Young Artist of the Year“, den eine Stiftung jährlich mit 5000 Euro ausstattet. Dazu kommen alte Bindungen an Stammgäste, bei der Kur ebenso wie bei der Musik: So kommt das Münchner Rundfunkorchester, das dieses Jahr zwei Konzerte bestreitet. 80 Kilometer von München, 160 Kilometer von Stuttgart entfernt, nimmt die ganze Region das Festivalangebot – so Roch – gerne an: „In einer Woche geballt das, wozu man sonst ein ganzes Jahresabonnement braucht“, sagt er. Und damit das Publikum genug Zeit hat, zu planen und zu reservieren, fängt der Vorverkauf für 2016 schon parallel zum Festival 2015 an. Wo Nigel Kennedy oder David Garrett für diesmal schon ausverkauft sind und es nur noch Restkarten für Mischa Maisky oder Khatia Buniatishvili gibt, schwärmt Roch schon jetzt vom September nächsten Jahres: Von Diana Damrau oder Klaus Florian Vogt, Elena Garanca und Nikolai Tokarew und dem Pianisten Fazil Say als „artist in residence“. Und auch vom neuen Klavierstar aus der Roch-Schmiede: Beatrice Rana.
Das alles aber ist Zukunftsmusik für die drei Spielorte in Bad Wörishofen: den Großen Kursaal, das Kurtheater, die Kirche St. Justina, damit für ein Platzangebot von jeweils 400 bis 800 Plätzen. (Uwe  Mitsching) Festival der Nationen vom 25. September bis 3. Oktober. Karten unter 0841/9591 9591.

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