Landtag

Vor allem in Löschschaum befinden sich PFC-Chemikalien. (Foto: dpa/Wüstneck)

14.06.2019

47 Bundeswehr-Standorte in Bayern chemisch verseucht

PFC steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu mindern und krebserregend zu sein

Jahrelang hat der Bundeswehrflughafen in Manching nicht verhindert, dass per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) durch Löschschaum in den Boden und damit ins Grundwasser gelangen, klagt der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn. PFC sind kaum abbaubar und reichern sich daher in Umwelt und Organismen an. Menschen nehmen sie über Nahrung oder verunreinigtes Trinkwasser auf. PFC steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu mindern und krebserregend zu sein. Seit 2011 ist die Nutzung daher verboten. Der Abgeordnete von Brunn hakte bei der Staatsregierung nach, wie viele weitere Bundeswehr-Standorte verseucht sind.

Das Umweltministerium listet 20 aktuelle und 27 ehemalige Bundeswehr-Standorte im Freistaat auf, die chemisch verseucht sind – zum Beispiel mit PFC. „Das bedeute jedoch nicht, dass von diesen Kontaminationen zugleich auch Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den Einzelnen oder die Allgemeinheit ausgehen und insofern eine Sanierung erforderlich ist“, heißt es in der Antwort. Dies sei erst nach dem Abschluss aller Untersuchungen möglich und diese würden Jahre dauern. Beruhigend klingt das nicht.

Das Ressort von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) weist darauf hin, dass die Kontamination oft auf die jahrzehntelange Nutzungshistorie der Liegenschaften zurückzuführen ist. „Ihre Entstehung reicht zum Teil bis in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg zurück.“ Seit fast 30 Jahren gebe es aber ein Altlastenprogramm der Bundeswehr, mit dem bundesweit und flächendeckend die Kontaminationssituation ehemaliger und aktueller Bundeswehrliegenschaften erfasst und gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Insgesamt seien bisher über 22 000 Flächen bearbeitet worden.

Den SPD-Abgeordneten von Brunn beruhigt das nicht. „Es ist unfassbar, dass die Staatsregierung das Ausmaß von Verseuchung und Altlasten nur auf Anfrage hin einräumt.“ Er fordert mehr Transparenz und schnelles Handeln durch die Staatsregierung und das Bundesverteidigungsministerium. Auch die Untersuchungen und Sanierungen durch die Bundeswehr müssten beschleunigt werden. „Sie sagt lapidar, die Untersuchungen könnten Jahre dauern – das ist völlig unverantwortlich und gefährdet die Menschen.“ (David Lohmann)

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