Landtag

Nix drin, was nicht reindarf: Bayerisches Bier ist bereits gentechnikfrei. (Foto: dpa)

07.11.2014

"Bayerisches Bier ist gentechnikfrei"

Plenum: Petition zum Reinheitsgebot – abgelehnt

Die CSU sieht keine Notwendigkeit, das seit 1516 geltende bayerische Reinheitsgebot für Bier um die Gentechnikfreiheit zu ergänzen. Sie schloss sich mit diesem Votum der Haltung der Staatsregierung an. Auslöser der Debatte war eine von 120 bayerischen Brauern und Mälzern unterzeichnete Petition für ein gentechnikfreies Reinheitsgebot.

Hintergrund sind die in anderen Weltregionen zulässigen gentechnischen Veränderungen an Braugerste und Hopfen. Deren Verwendung in Bayern solle ausgeschlossen werden, hieß es in der von der letztjährigen Bierkönigin Maria Krieger eingereichten Petition.

Auf Antrag der Grünen war die vorher schon im Umweltausschuss für erledigt erklärte Eingabe noch einmal Thema im Landtagsplenum. Deren Abgeordnete Rosi Steinberger sprach von „Gefahr im Verzug“. Zwar sei es begrüßenswert, dass im Freistaat seit nunmehr fünf Jahren keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr angebaut würden, doch sorgten Bestrebungen der EU und das geplante Freihandelsabkommen mit den USA für mögliche Schlupflöcher. Nicht zuletzt deshalb sei die Petition „nicht überflüssig“.

Genau das hatte der CSU-Abgeordnete Michael Brückner erklärt. CSU und Staatsregierung hätten längst alle Forderungen der Brauer umgesetzt. Er verwies auf das Anbauverbot für gentechnisch veränderte Organismen im Freistaat und die Vorschrift, wonach importierte Agrarrohstoffe nur dann verkauft werden dürften, wenn der Gentechnikanteil unter 0,1 Prozent liege. „Wer gentechnikfreie Braugerste will, muss sie nur aus bayerischem Anbau kaufen“, riet Brückner den Brauern.

Für die SPD forderte Herbert Woerlein, die Sorgen der Brauer vor gentechnischer Verunreinigung ihrer Produkte ernstzunehmen. Dass ausgerechnet die CSU eine Petition für erledigt erkläre, die die Fortentwicklung des Reinheitsgebotes bei Bier zum Ziel habe, das sei bislang außerhalb seines Vorstellungsbereichs gewesen. „Die Reinheit unseres Bieres ist eines der Identifikationsmerkmale Bayerns“, erklärte Woerlein. Ein einstimmiger Beschluss des Landtags, dass die Gentechnikfreiheit Bestandteil des Reinheitsgebots sein solle, wäre ein starkes Signal.

Umweltministerin Ulrike Scharf lehnte den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen im Freistaat weiter ab. „Wir dulden keine gentechnisch veränderten Zutaten im Bier, das Reinheitsgebot steht nicht zur Disposition“, stellte sie klar. „Hopfen und Gerste aus Bayern sind gentechnikfrei.“ Eine Präzisierung im Reinheitsgebot sei deshalb nicht erforderlich. (Jürgen Umlauft)

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