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Neubauprojekt der BayernHeim in Nürnberg: Insgesamt 4771 Wohnungen befinden sich derzeit in Bau, darunter geförderte Wohnungen in München, Nürnberg, Augsburg und weiteren bayerischen Städten. (Foto: dpa/Eibner-Pressefoto)

27.08.2025

BayernHeim: Wohnungsbauziele werden deutlich verfehlt

Bis 2025 sollten 10.000 neue Wohnungen entstehen. Tatsächlich werden es nur rund 1700. Die Grünen fordern deshalb einen neuen Immobilienfonds, um bezahlbaren Wohnraum in Bayern zu stärken

Die BayernHeim GmbH wird deutlich hinter den ursprünglichen Zielen zurückbleiben. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Jürgen Mistol hervor. 2018 hatte die Staatsregierung angekündigt, bis 2025 rund 10.000 neue Wohnungen zu schaffen. Laut den aktuellen Zahlen wird die BayernHeim bis Ende 2025 jedoch nur etwa 1700 Wohnungen zur Verfügung stellen können. Knapp die Hälfte davon stammt aus Ankäufen bereits geplanter Projekte privater Bauträger. Auch für die Folgejahre zeichnet sich keine Trendwende ab: Bis Ende 2026 soll der Wohnungsbestand lediglich auf rund 3700 Wohnungen anwachsen. Damit bleibt der staatliche Wohnungsbau weit unter den selbst gesteckten Zielen.

Die Grünen fordern eine neue Finanzierungslösung. „Die Staatsregierung muss sich endlich eine Lösung für die Krise auf dem Wohnungsmarkt einfallen lassen. Wenn Söder kein zusätzliches Geld für die BayernHeim locker machen will, dann sollte er sich nochmal unseren Vorschlag für einen neu aufgelegten Immobilienfonds ansehen“, erklärte Jürgen Mistol, wohnungspolitischer Sprecher der Grünen. Der Vorschlag sieht einen offenen Immobilienfonds unter dem Dach einer neuen Finanzholding aus BayernHeim, Stadibau und dem Siedlungswerk Nürnberg vor. Anlegerinnen und Anleger, sowohl institutionelle als auch private, sollen gezielt in öffentlich getragene Wohnungsbauprojekte investieren können. Damit lasse sich, so Mistol, ein Vielfaches der bisherigen Investitionsmittel mobilisieren, ohne dass staatliche Fördergelder für andere Akteure blockiert werden.

Nur 784 Wohnungen werden dieses Jahr fertiggestellt

Aus der schriftlichen Anfrage ergibt sich ein detailliertes Bild der aktuellen Zahlen. Nach den Einkommensstufen EOF wird die BayernHeim bis Ende 2025 voraussichtlich 926 Mietwohnungen der Einkommensstufe I, 498 Wohnungen der Einkommensstufe II und 96 Wohnungen der Einkommensstufe III schaffen. Der Wohnungsbestand zum Ende des zweiten Quartals 2025 beläuft sich auf 928 Wohnungen, davon 871 gefördert, verteilt auf die Regierungsbezirke Oberbayern, Mittelfranken und Oberfranken.

Derzeit befinden sich insgesamt 4771 Wohnungen im Bau, davon 4459 gefördert. Für 784 Wohnungen ist eine Fertigstellung 2025 und für 1999 Wohnungen 2026 vorgesehen. Die Bauprojekte konzentrieren sich auf größere Städte wie München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt und Würzburg sowie weitere Standorte in kleineren Städten und Gemeinden. Zusätzlich befinden sich 914 Wohnungen in Planung. Viele der aktuellen Bauprojekte wurden von der BayernHeim von Bauträgern übernommen, bei denen Grundstücke bereits erworben und Planungen erstellt worden waren.

Seit der Gründung der BayernHeim 2018 wurden der GmbH insgesamt 652,4 Millionen Euro Eigenkapital zugeführt. Weitere 255 Millionen Euro sollen aus bestehenden Verpflichtungsermächtigungen der Haushalte 2023 und 2025 fließen. Eine zusätzliche Kapitalausstattung im Doppelhaushalt 2026/27 ist bisher nicht vorgesehen.

In ihrer schriftlichen Antwort wies die Staatsregierung darauf hin, dass die BayernHeim dort Wohnungen schaffen solle, „wo dringender Bedarf besteht und nicht ausreichend Investitionsinteresse anderer Wohnungsbaugesellschaften besteht“. Die GmbH trete nicht in Konkurrenz zu anderen Unternehmen der Wohnungswirtschaft und kaufe in der Regel keine Wohnungen an, die bereits den Bestimmungen der staatlichen Wohnraumförderung unterliegen.

Jürgen Mistol betonte, dass der neue Fonds ein Hebel für mehr bezahlbaren Wohnraum in Bayern sein könne. Er verwies darauf, dass dies sozial verantwortlich sei, Anlegerkapital erhalte und gleichzeitig Investitionen in öffentlich getragene Wohnungsbauprojekte ermögliche, ohne dass andere Akteure durch die BayernHeim verdrängt würden. (loh)

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