Landtag

Nicht für die Nitratbelastung verantwortlich: tote Ratten. (Foto: dpa/Horsten)

08.03.2024

"Dasuffene Ratzn": FW-Umweltministerium widerspricht Aiwanger (FW)

Im Kanalnetz verendete Ratten sind laut Umweltminister Thorsten Glauber (FW) nicht für die Nitratbelastung der Böden verantwortlich. FW-Parteichef hatte auf einer Bauerndemo das Gegenteil behauptet

Die Ausweisung sogenannter roter Gebiete soll für sauberes Trinkwasser in Bayern sorgen. Denn seit vielen Jahren sind die Grundwasservorräte in vielen Regionen mit Nitrat belastet, ein Schadstoff aus Gülle und Kunstdünger. Dadurch taugen sie nicht mehr als Trinkwasser. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bezweifelte kürzlich bei einer Bauerndemo im oberpfälzischen Cham, ob wirklich die Landwirtschaft für die hohen Werte verantwortlich ist. Keiner könne wissen, ob nicht „ein paar dasuffene Ratzn“ – also einige ertrunkene Ratten – der Grund dafür seien. Ruth Müller und Anna Rasehorn (beide SPD) fragten daher bei der Staatsregierung nach, ob das wirklich realistisch ist.

Für die Entsorgen ist der jeweilige Kanalisationsbetreiber verantwortlich

Dem Haus von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sind nach eigener Aussage die genannten Äußerungen seines Parteikollegen Aiwanger „nicht im Original bekannt und können dementsprechend nicht kommentiert werden“. Grundwassermessstellen unterlägen grundsätzlich einer regelmäßigen Qualitätssicherung. „Werden im Zuge der Qualitätssicherung Mängel festgestellt, werden diese behoben“, heißt es in der Antwort. Ratten seien in nahezu jedem Kanalisationssystem anzutreffen, die Bekämpfung erfolge je nach Befall mehr oder weniger intensiv. Zuständig ist laut Ministerium jedoch der jeweilige Kanalisationsbetreiber. 

Zahlen, wie viele Ratten verendet, geborgen oder entsorgt wurden, gebe es nicht. Sie würden in der Kläranlage im Rechen aus dem Abwasser entfernt. „Das Abwasser aus dem Kanalnetz fließt einer Kläranlage zu, das gereinigte Abwasser wird in oberirdische Gewässer eingeleitet“, so das Glauber-Ressort. Dann aber kommt ein entscheidender Satz: „Es ist auszuschließen, dass im Kanalnetz verendende Ratten zu einer Nitratbelastung der Böden führen.“ Unabhängig davon seien Grundwassermessstellen nicht durch Abwasserkanäle beeinflusst. Geld für die Entsorgung toter Ratten aus dem Kanalnetz gebe es vom Freistaat nicht. (David Lohmann)

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