Landtag

Der Distanzunterricht wird als Ergänzung zum Präsenzunterricht rechtlich verankert. (Foto: dpa/Guido Kirchner)

29.04.2022

Distanzunterricht soll auch in Zukunft möglich sein

Einsatzbereiche könnten laut Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die individuelle Förderung, die Beschulung während der Genesungsphase nach einer Krankheit oder Gruppenarbeit sein

Mit einer Änderung des bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (EUG) will die Staatsregierung das Handyverbot an Bayerns Schulen lockern. Mit der geplanten Neuregelung können die Schulleitungen in Absprache mit dem Schulforum eigenständig Bestimmungen für die Nutzung digitaler Endgeräte auch außerhalb des Einsatzes im Unterricht erlassen. Wie Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bei der Vorstellung des Entwurfs im Landtagsplenum mitteilte, bleiben Grund- und Förderschulen aus pädagogischen Gründen von der Befreiung ausgeschlossen.

Außerdem wird im EUG der während der Corona-Lockdowns etablierte Distanzunterricht als Ergänzung zum Präsenzunterricht rechtlich verankert. „Die Schule der Zukunft wird immer mehr digital sein“, erklärte Piazolo. Einsatzbereiche könnten demnach die individuelle Förderung, die Beschulung während der Genesungsphase nach einer Krankheit oder Gruppenarbeit sein. Neu ist dabei, dass Schüler*innen verpflichtet werden, mit Bild und Ton am Distanzunterricht teilzunehmen. Mit zwei weiteren Ergänzungen soll zudem eine Rechtsgrundlage für die Klassensprecherwahl in der Grundschule geschaffen sowie zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Teilzeitausbildung an Berufsschulen ermöglicht werden.

SPD: "Nur zarte Ansätze einer Digitalisierung der Schulen"

Maximilian Deisenhofer (Grüne) begrüßte die Neuerungen, sah aber die verbesserte Internetfähigkeit der Schulen als Grundvoraussetzung für erfolgreichen Distanzunterricht. Noch zu viele Schulen verfügten nicht über die nötigen Bandbreiten. Nur „zarte Ansätze“ einer Digitalisierung der Schulen erkannte Simone Strohmayr (SPD). Sie wies darauf hin, dass noch immer viele Schüler*innen nicht über geeignete digitale Endgeräte für den Distanzunterricht verfügten. Matthias Fischbach (FDP) forderte mehr Freiheit bei der Handynutzung an Schulen und mehr Tempo bei der Digitalisierung. Nach Ansicht von Oskar Atzinger (AfD) passt die Staatsregierung das EUG der Lebensrealität an. Ihm fehlte aber eine klare Bestimmung zum Vorrang des Präsenzunterrichts. (Jürgen Umlauft)

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