Landtag

Sportverbände wollen E-Sport nicht Sport gleichsetzen. (Foto: dpa)

05.01.2022

E-Sport wird in Bayern weiterhin ausgebremst

Die FDP im Landtag fordert, dass E-Sport Gemeinnützig wird. Digitalministerin Gerlach will das die Sportverbände entscheiden lassen – und die sind dagegen

„Die Bedeutung des E-Sports nimmt in sportlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht stetig zu“, schreiben Albert Duin und Helmut Kaltenhauser (beide FDP) ist ihrer Anfrage. Dennoch werde der professionelle Wettkampf in Computer- und Videospielen in Deutschland und auch in Bayern ausgebremst. Dies macht sich laut den Abgeordneten insbesondere bei der fehlenden Anerkennung der Gemeinnützigkeit im Sinne der Abgabenordnung bemerkbar. Sie wollten daher von der Staatsregierung wissen, ob bei diesem Punkt Reformen geplant sind. 

Laut Digitalministerium ist aktuell nicht geplant, die Abgabenordnung zu ändern, um E-Sport in seiner Gesamtheit als eigenen, gemeinnützigen Zweck anzuerkennen. Erstens: „Die Gesetzgebungskompetenz liegt hier beim Bund“, heißt es in der Antwort. Zweitens: „Auch bei einem weiten Begriffsverständnis fällt der E-Sport in seiner Gesamtheit nicht unter den gemeinnützigkeitsrechtlichen Sportbegriff.“ Schließlich zählten zum E-Sport auch sogenannte Egoshooter-Spiele. 

Ob E-Sport mit Sport gleichgesetzt werden kann, muss laut dem Haus von Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) der organisierte Sport selbst entscheiden. Das sei allerdings sowohl vom bundesweiten Sportdachverband, dem Deutschen Olympischen Sportbund, als auch vom größten bayerischen Sportdachverband, dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV), ausdrücklich abgelehnt worden. Eine staatliche Förderung könne nur unter zum Beispiel Digitalisierungsaspekten und/oder wirtschaftlichen Aspekten beziehungsweise unter Aspekten der Kinder- und Jugendhilfe erfolgen. 

Um negative Klischees und Zerrbilder über den E-Sport abzubauen, „sodass eine stärkere Sensibilisierung für dessen sportliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Implikationen vorangetrieben werden kann“, wie von der FDP gefordert, hat die Staatsregierung laut Digitialministerium einen Runden Tisch E-Sport mit verschiedenen Fachleuten etabliert. „Ziel ist es, das Wissen der Experten und Interessengruppen in die Planungen zur Unterstützung des E-Sports einzubeziehen.“ (David Lohmann)

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