Landtag

Kindergarten. (Foto: dpa/Grubitzsch)

30.04.2021

"Es war höchste Zeit"

Bildungsausschuss: Erzieherausbildung wird von fünf auf vier Jahre verkürzt

Die Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher wird in Bayern mit Beginn des neuen Ausbildungsjahrs im Herbst von fünf auf vier Jahre verkürzt. Das ist das Ergebnis eines seit 2017 laufenden Modellversuchs, der das Berufsfeld attraktiver machen und damit den Fachkräftemangel in den Kitas beheben soll. Die Verkürzung erfolgt nach den Maßgaben der Vereinbarungen in der Kultusministerkonferenz der Länder, um eine bundesweite Anerkennung des Abschlusses zu ermöglichen, erklärte die im FW-geführten Kultusministerium zuständige Ministerialrätin Christine Hefer im Bildungsausschuss. Ziel der Änderung sei es, den Absolvent*innen einen schnelleren Übergang ins Berufsleben zu bieten.

Konkret entfallen demnach die beiden Jahre der beruflichen Vorbildung in den der eigentlichen Ausbildung vorgeschalteten sozialpädagogischen Seminaren. Diese werden durch ein sozialpädagogisches Einführungsjahr ersetzt. Anschließend folgen wie bisher schon zwei Jahre an einer Fachakademie und ein einjähriges Berufspraktikum. Nach Hefers Angaben bereiten sich die Fachakademien bereits jetzt auf den doppelten Ausbildungsjahrgang vor, der im Herbst 2022 bei ihnen starten wird, wenn gleichzeitig die Anwärter*innen der 2020 gestarteten Seminare und des heuer beginnenden Einführungsjahrs dort ankommen. Die zusätzlichen Ausbildungskapazitäten sollen auch später erhalten bleiben, um insgesamt mehr Nachwuchskräften die Ausbildung zu ermöglichen.

Mehr Quereinsteiger gefragt

Als äußerst erfolgreich bewertete Hefer den Schulversuch „Optiprax“, der Anwärter*innen mit Hochschulreife sowie Quereinsteigern mit einer fachfremden Berufsausbildung nach einem sechswöchigen Vorpraktikum den sofortigen Einstieg in die Fachakademien ermöglicht und auch eine angemessene Ausbildungsvergütung vorsieht. Damit sei es gelungen, neue Bewerber*innengruppen zu erschließen und vor allem mehr Männer für eine Erzieher-ausbildung zu gewinnen. Großes Interesse gebe es zudem an der neuen Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft für die Betreuung von Grundschulkindern, die in Bayern an neun Standorten angeboten werde, berichtete Hefer.

Die Reform der Erzieher*innenausbildung wurde im Ausschuss fraktionsübergreifend begrüßt. „Es war höchste Zeit, die Ausbildung zu modernisieren“, erklärte Margit Wild (SPD). Sie verwies dazu auf entsprechende Initiativen ihrer Fraktion seit 2013. Die Erfahrung mit dem Modell Optiprax habe gezeigt, dass vor allem die Verkürzung der Ausbildung und die bessere Vergütung wichtige Schritte gewesen seien. Die bisherige fünfjährige Ausbildung habe in keinem passenden Verhältnis zur späteren Vergütung von Erzieher*innen gestanden. Matthias Fischbach (FDP) sprach von einem „begrüßenswerten Vorhaben“. Er plädierte dafür, Auszubildenden in Ballungsregionen wegen der dort hohen Lebenshaltungskosten einen Vergütungsbonus zu gewähren.

Insgesamt positiv äußerte sich auch Anna Schwamberger (Grüne). „Der erste Schritt in die richtige Richtung ist gemacht“, sagte sie. Allerdings mahnte sie an, dass mit der Verkürzung der Ausbildungsdauer keine Qualitätseinbußen verbunden sein dürften. Das schloss Gudrun Brendel-Fischer (CSU) nach den ihr vorliegenden Informationen aus. Tobias Gotthardt (Freie Wähler) sah Spielraum für weitere Verbesserungen. Aus Gesprächen mit Fachkräften aus der Praxis wisse er, dass der Praxisausbildung noch größere Bedeutung beigemessen werden sollte und die Lehrinhalte in kürzeren Zyklen weiterentwickelt werden müssten. (Jürgen Umlauft)
 

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