Landtag

Die Hälfte der Studierenden ist weiblich. Aber nur jede fünfte Professur ist mit einer Frau besetzt. (Foto: Peter Kneffel, dpa)

05.10.2020

Gleiche Chancen nur in der Theorie

FDP will bessere Karrierechancen für Frauen an Bayerns Hochschulen

Gezielte Förderungen, familienfreundlichere Arbeitsbedingungen, Professurenvergabe im "Kaskadenmodell": Die FDP im bayerischen Landtag will die Benachteiligungen von Frauen an Bayerns Hochschulen beseitigen - aber ohne eine Frauenquote. "Wir streben keine Quote von 50 Prozent an, das wollen wir nicht" sagte Wolfgang Heubisch, wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. Die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Julika Sandt, betonte: Zwar gebe es theoretisch überall die gleichen Chancen für Frauen, faktisch gebe es aber "riesige Unterschiede".

Das Kaskadenmodell definiert Ziele für den Frauenanteil einer jeden wissenschaftlichen Karrierestufe entsprechend des vorhandenen Anteils der Frauen auf der direkt darunter liegenden Qualifizierungsstufe. Das bedeutet praktisch, dass in einem Studiengang, in dem besonders viele Frauen eingeschrieben sind, sich bis hin zu den Professuren auch der Anteil von Frauen sukzessive erhöht. In Nordrhein-Westfalen gibt es die Regelung bereits seit 2014. "Zuerst entscheidet Qualifikation, erst dann die Kaskade", sagte Heubisch.

Nicht einmal ein Fünftel der Professuren ist mit Frauen besetzt

Wie groß der Bedarf ist, belegen die Zahlen an Bayerns Hochschulen. Nicht einmal ein Fünftel der Professuren an den Universitäten ist mit Frauen besetzt, obwohl die Hälfte der Studierenden weiblich ist.

Die Benachteiligung von Frauen ist nach Aussage von Sandt nicht nur zu deren persönlichen Nachteil, auch Bayern als Land und die Wissenschaft könne es sich nicht leisten, auf das Potenzial zu verzichten. Wie hoch es sei, zeige, dass Frauen im Vergleich bessere Abitur-Abschlüsse hätten. Dass sich in den Hochschulen aber auf den Karriereposten plötzlich mehrheitlich Männer wiederfänden, belege eindeutig, dass das Karrieresystem nicht leistungsorientiert sei.

Hinzu komme, dass sich in Familien am Ende noch immer meist Frauen gegen eine Karriere und für die Kinderbetreuung entscheiden würden, sagte Sandt. Dies könne durch flexiblere Kinderbetreuungszeiten und in der Übergangszeit auch durch einen "Babysitter-Zuschuss" aufgefangen werden, sofern jemand keinen Betreuungsplatz finde.
(dpa)

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