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Augustiner Alkoholfrei hatte keine Vermarktungsprobleme — ganz im Gegenteil: Das neue alkoholfreie Helle wurde seit dem Launch im März 2024 mit minimaler Werbung, aber umso größerem Erfolg eingeführt (Foto: dpa/Wolfgang Maria Weber)

18.07.2025

Kampf ums alkoholfreie kühle Blonde

Alkoholfreies Bier boomt – doch viele kleine Brauereien in Bayern bleiben außen vor. Die SPD fordert deshalb staatliche Hilfe, um den Zugang zum Markt zu erleichtern. Worum es genau geht – und warum die CSU dagegen ist

Mit einem staatlichen Förderprogramm will die SPD kleinen bayerischen Brauereien den Zugang zum boomenden Markt mit alkoholfreiem Bier erleichtern. Der Absatz alkoholfreier Biersorten und -mischgetränke hat sich in den vergangenen 25 Jahren versechsfacht, allein im vergangenen Jahr betrug das Plus fast 6 Prozent. Der Konsum alkoholhaltiger Biere sinkt dagegen nach Angaben des Bayerischen Brauerbunds seit Jahren kontinuierlich. Wegen der hohen Produktionskosten für alkoholfreies Bier profitieren kleine Brauereien von dieser Entwicklung bisher kaum, zumal sich die Herstellung erst ab einer bestimmten Menge rentiert. Die ohnehin finanziell unter Druck stehenden kleinen Brauereien verlören deshalb zunehmend Marktanteile an Großbrauereien und international agierende Braukonzerne, erklärte die SPD-Abgeordnete Christiane Feichtmeier im Wirtschaftsausschuss.

CSU: Vertrieb und Vermarktung ist das Problem

Die SPD fordert die Prüfung eines „innovativen Förderkonzepts“, das es auch kleinen Brauereien ermögliche, in die Produktion alkoholfreier Biere einzusteigen. Um die Effizienz zu erhöhen, sollten dabei auch Kooperationsinvestitionen mehrerer Brauereien in Entalkoholisierungstechnik und Abfüllanlagen unterstützt werden können. „Ein landesweites Förderprogramm wäre ein wirksames Signal für Innovation in der Bierkultur, für fairen Wettbewerb und für eine moderne Verbraucherpolitik“, sagte Feichtmeier. Gerade in Bayern mit seinem einzigartigen Brauereireichtum müssten handwerkliche Familienbetriebe gestärkt werden. Diese sicherten Arbeitsplätze auf dem Land und förderten regionale Wertschöpfung.

Der CSU-Abgeordnete Andreas Kaufmann meinte dagegen, nicht die Produktion alkoholfreier Biere sei das Problem für kleine Brauereien, sondern deren Vertrieb und Vermarktung. Dafür aber gebe es bereits Förderprogramme, die auch kleine Brauhäuser nutzen könnten. Eine Förderung ausschließlich kleiner Brauereien würde dagegen eine Ungleichbehandlung mit anderen Handwerksbereichen bedeuten. „Eine hochkomplexe Fördermühle kann nicht der richtige Ansatz sein“, sagte Kaufmann und empfahl die Ablehnung des SPD-Antrags. Dem schlossen sich Freie Wähler und AfD an. Die Grünen enthielten sich. (Jürgen Umlauft) 

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