Wenn es regnet oder kalt ist, stehen viele Familien vor dem gleichen Problem: Wohin mit den Kindern? Indoor-Spielplätze, Trampolinhallen oder Experimentierzentren könnten eine Lösung sein – doch genau hier sehen einige Abgeordnete große Lücken in Bayern.
Vor diesem Hintergrund haben die Abgeordneten Florian Köhler, Oskar Lipp und Johannes Meier (AfD) eine Schriftliche Anfrage gestellt. Die AfD wollte unter anderem wissen, wie viele solcher Einrichtungen es im Freistaat gibt, wie viele Kinder sie erreichen und wie die Versorgung im internationalen Vergleich bewertet wird.
Indoor-Spielplätze, Trampolinhallen, Experimentierzentren
Im Mittelpunkt der Anfrage stehen mehrere Punkte: Neben der Definition der Branche ging es vor allem um Zahlen. Die AfD fragte, wie viele Indoor-Freizeit- und Erlebniszentren es gibt, wie hoch deren Kapazitäten sind und wie viele Kinder und Jugendliche damit erreicht werden können.
Auch der Bereich der außerschulischen Bildungsangebote wurde abgefragt. Hier interessierten sich die Abgeordneten dafür, wie viele Experimentier- und Bildungszentren existieren, welche Themenbereiche abgedeckt werden und wie zugänglich diese Angebote sind.
Darüber hinaus ging es um wirtschaftliche Fragen: Wie viele Einrichtungen werden privat betrieben, wie viele staatlich unterstützt, und wie hoch sind Umsätze und Fördermittel? Auch regulatorische Vorgaben und staatlich verursachte Kosten wurden thematisiert.
Ministerium: Keine eigene Kategorie, keine Daten
Die Antwort fällt in vielen Punkten eindeutig aus. Das Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales erklärt: „Eine [...] ‚Branche der Familien- und Kinderfreizeit- sowie Indoor-Spiel- und Erlebniszentren‘ [...] wird in amtlichen Statistiken nicht definiert.“
Damit fehlt bereits die Grundlage für viele weitere Auswertungen. Entsprechend heißt es weiter: „Der Staatsregierung liegen hierzu keine statistischen Erhebungen vor.“ Diese Aussage zieht sich durch mehrere Antworten – sowohl bei Freizeit- als auch bei Bildungsangeboten.
Auch zur Frage, wie viele Einrichtungen es überhaupt gibt oder wie viele Kinder erreicht werden, kann die Staatsregierung keine Angaben machen. Ohne entsprechende Datengrundlage seien belastbare Aussagen nicht möglich.
Einzelbeispiele statt Überblick
Statt umfassender Zahlen nennt die Staatsregierung einzelne Beispiele. So wird etwa das Mitmachmuseum NAWAREUM in Straubing aufgeführt. Dort wurden seit der Eröffnung mehr als 46.000 Eintrittskarten an unter 18-Jährige ausgegeben.
Darüber hinaus verweist das Ministerium auf zahlreiche Angebote an Hochschulen, Museen und Forschungseinrichtungen. Kinderunis, Schülerlabore oder Workshops würden jungen Menschen Einblicke in Wissenschaft und Technik ermöglichen.
Auch Einrichtungen wie das Deutsche Museum oder naturwissenschaftliche Sammlungen bieten Programme für Kinder und Jugendliche an. Diese Angebote seien jedoch nicht als einheitliche Branche erfasst, sondern verteilen sich auf unterschiedliche Träger und Bereiche.
Förderung möglich – aber nicht gezielt erfasst
Bei der Frage nach Fördermitteln bleibt das Bild ähnlich. Das Ministerium erklärt: „Daher können spezifische Aussagen zu Fördermitteln [...] nicht gemacht werden.“
Grundsätzlich seien Förderungen über bestehende Programme möglich, etwa über die Bayerische Regionalförderung oder Darlehen der LfA Förderbank. Diese richteten sich jedoch nicht gezielt an die abgefragten Einrichtungen, sondern seien branchenoffen ausgestaltet.
Auch bei regulatorischen Vorgaben verweist die Staatsregierung auf eine Vielzahl möglicher Vorschriften, etwa im Gewerbe-, Bau- oder Steuerrecht. Pauschale Aussagen seien aufgrund der unterschiedlichen Ausgestaltung der Einrichtungen nicht möglich.
AfD fordert Ausbau und weniger Hürden
Die AfD sieht darin ein grundlegendes Problem. Johannes Meier erklärt: „Die Realität vieler Familien ist klar: Wenn das Wetter schlecht ist, gibt es oft keine geeigneten Angebote.“ Gleichzeitig würden Anbieter durch „Auflagen, Bürokratie und hohe Abgaben ausgebremst“.
Parallel zur Anfrage hat die AfD-Fraktion auch einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht. Darin fordert sie unter anderem eine umfassende Bestandsaufnahme sowie einen Ausbau kommerzieller Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche.
Elena Roon fordert, privatwirtschaftliche Anbieter stärker einzubeziehen. Diese könnten „schnell, flexibel und flächendeckend Angebote schaffen“. Die AfD setzt unter anderem auf steuerliche Entlastungen, vereinfachte Genehmigungsverfahren und neue Fördermodelle wie Gutscheine für Familien.
Auch Kooperationen mit Schulen und Horten sollen erleichtert werden. Ziel sei es, außerschulische Bildungsangebote breiter zugänglich zu machen und langfristig eine bessere Infrastruktur für Kinder und Jugendliche aufzubauen. (loh)
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