Landtag

Jede Menge Kassenbons in einer Mülltonne. (Foto: Marijan Murat/dpa)

30.01.2020

Nervig, aber notwendig

Der Freistaat will nicht an der Bon-Pflicht für Geschäftskassen rütteln

Trotz ihrer Bedenken gegen die zum Jahreswechsel eingeführte Bon-Pflicht an Geschäftskassen wird die Staatsregierung über den Bundesrat zunächst keine Änderungen an den Vorschriften fordern. CSU und Freie Wähler lehnten deshalb einen Dringlichkeitsantrag der FDP zur Abschaffung der Pflicht ab. Die Bon-Pflicht erhöhe den Bürokratieaufwand für Geschäftsleute, stelle den Mittelstand unter den Generalverdacht der Steuerhinterziehung und sei wegen des massiven Papiereinsatzes auch eine „Umweltsauerei“, begründete Albert Duin (FDP) die Vorlage. Es müsse zumindest für Kleinbetriebe oder Kleinbeträge eine Befreiung von der Pflicht geben.

Dem widersprach Annette Karl (SPD). Es gehe darum, schwarzen Schafen unter Geschäftsinhabern das Handwerk zu legen. Tim Pargent (Grüne) sagte, durch Manipulationen und Tricksereien an den Kassen würden bundesweit pro Jahr nach offiziellen Schätzungen mindestens zehn Milliarden Euro an Steuern hinterzogen. Ehrliche Betriebe erlitten dadurch eine Wettbewerbsnachteil.

Manipulationen und Tricksereien

Nach Einschätzung von Franz Bergmüller (AfD) ist die Bon-Pflicht dagegen nicht geeignet, schwarze Schafe zu schnappen. Deshalb sei es „totaler Irrsinn“, allen Gastronomen und Lebensmittelhandwerkern die Pflicht aufzubürden. Wolfgang Fackler (CSU) bezeichnete die Pflicht als „übertriebene Reaktion“. Sinnvoller wäre es, sich auf die Hersteller und Nutzer von „Schummelsoftware“ zu konzentrieren. Die CSU strebe aber an, wenigstens eine Bagatellgrenze einzuführen. Jutta Widmann (Freie Wähler) bedauerte, dass gegenwärtig nicht mehr zu erreichen sei. (Jürgen Umlauft)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

„Die Bundesregierungskoalition hat noch schnell Reformen angekündigt, ehe sie sich in die Berliner Sommerpause verabschiedete. Eine Sommerpause übrigens, die sich die Wirtschaft nicht leistet. Unternehmer und Manager sind stets am Sprung“, sagt Bertram Br

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.