Landtag

Trockenheit und Niedrigwasser machten letzten Sommer nicht nur den Menschen in Franken zu schaffen. Auch heuer ist die Angst vor einem Dürre-Sommer groß. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

03.05.2019

Treibhausgase: Ausstoß in Bayern stark gestiegen

Laut Umweltministerium hat der Ausstoß der Treibhausgase in zwei Jahren um fast sechs Millionen Tonnen CO2 zugenommen

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte jüngst: „Die Witterungssituation ist auf Dauer kritisch – es könnte immer mehr Trockenheit und Niedrigwasser geben.“ Tatsächlich gehört Franken schon heute zu den trockensten Regionen Deutschlands, daran ändert auch der viele Regen momentan nichts. Die zunehmenden Extremwetterereignisse sorgen auch den SPD-Abgeordneten Florian von Brunn. Er wollte wissen, wie sich der Ausstoß von Treibhausgasen in Bayern entwickelt hat und ob Hochwasser, Hitzeperioden, Dürren sowie der Rückgang der Tier- und Pflanzenarten nach Erkenntnissen der Staatsregierung eine Folge der Klimaerhitzung ist.

Laut Umweltministerium ist der Ausstoß der Treibhausgase von 2014 bis 2016 um fast sechs Millionen Tonnen CO2 gestiegen. Insbesondere der Verkehr (einschließlich Luftverkehr) gibt Anlass zur Sorge: Im Vergleich zum Jahr 2013 haben sich die Treibhausgase um zehn Prozent auf 33,1 Millionen Tonnen erhöht. Nahezu konstant geblieben sind die energiebedingten Emissionen (78,8 Millionen Tonnen) und die Emissionen der Industrie (9,9 Millionen Tonnen). Leicht gesunken sind nur die Emissionen bei der Energieerzeugung (14,2 Millionen Tonnen) und die der Haushalte (21,6 Millionen Tonnen). Das Ressort von Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) weist darauf hin, dass die Treibhausgasemissionen 2015 in Bayern bei 7,1 Tonnen pro Einwohner und Jahr gelegen seien – im Bundesdurchschnitt dagegen bei 11,11 Tonnen.

Jeder Bayer verursacht 7,1 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr

Das Ministerium betont, dass die von Menschen verursachte Erhöhung der globalen Temperatur natürlich auch Auswirkungen auf Bayern habe. „Neben schleichenden Veränderungen durch wärmere Temperaturen und veränderte Niederschlagsbedingungen können vor allem Wetterextreme wie Stürme, Starkregen oder Hitzewellen die Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellen.“ Die Staatsregierung will daher die bayerische Wasserstrategie weiterentwickeln, um eine ressourcenschonendere Bewässerungsinfrastruktur für Landwirtschaft und Weinbau zu schaffen.

Der SPD-Abgeordnete von Brunn wirft der Staatsregierung angesichts der gestiegenen CO2-Emissionen „Versagen“ in Sachen Klimaschutz vor. „Schöne Worte und die Übernahme des Begriffs in die bayerische Verfassung reichen nicht aus“, sagt er. Von Brunn fordert ein soziales Klimaschutzgesetz mit einem flächendeckenden Ausbau des Nahverkehrs und eine Umtauschprämie für klimaschonende Haushaltsgeräte. (David Lohmann)

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