Landtag

Der Main-Radweg bei Schloss Mainberg in Unterfranken. (Foto: dpa)

24.10.2017

Vom Verfall bedroht

Das unterfränkische Schloss Mainberg hat kulturhistorisch einen großen Wert - die Eigentümerin aber kann sich den Erhalt nicht leisten

Schloss Mainberg in Unterfranken ist in Privatbesitz und zunehmend vom Verfall bedroht. Um es vor dem Einsturz zu bewahren, wurden von der Staatsregierung 700 000 Euro aus einem Entschädigungsfonds für absolut notwendige Sicherungsarbeiten bereitgestellt. Kerstin Celina (Grüne) fragt sich, warum der Freistaat Geld für eine kurzfristige Notsicherung bereitstellt, anstatt das Schloss in sein Eigentum zu überführen. „Ich halte die Entwicklung einer langfristigen Perspektive für dringend notwendig“, schreibt die Abgeordnete.

Das Kunstministerium antwortet, der kulturhistorische Wert von Schloss Mainberg reiche „weit über Bayern hinaus“ hinaus, „da der Komplex auf ganz besondere Weise mittelalterliche, frühneuzeitliche und moderne Geschichte in sich vereint und vor allem in der jüngeren Baugeschichte europaweite Bezüge aufweist“. Die Bayerische Schlösserverwaltung habe auch kein vergleichbares Objekt in seinem Bestand.

700 000 Euro für Notsicherung

Eingreifen will das Ressort von Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) ohne zur Abwehr von erheblichen Gefahren für Leben und Gesundheit dennoch nicht. Die beteiligten Behörden seien aber „bemüht“, eine dauerhafte Lösung zu finden. Celinas Frage, ob eine Privatperson überhaupt in der Lage ist, 180 Räume und 4000 Quadratmeter umbaute Fläche langfristig zu erhalten, kann das Ministerium nicht beantworten. Das sei so „generalisierend nicht möglich“. Auch die Frage nach den Kostensteigerungen, wenn sich die notwendigen Sanierungen weiter verzögern, lässt das Spaenle-Ressort unbeantwortet.

„Als Landtagsabgeordnete aus der Region weiß ich, dass das Schloss kulturhistorisch so wertvoll ist, dass es eine echte Perle in Unterfranken sein könnte, dass aber seit vielen Jahren dem Verfall zugeschaut wird, obwohl schon lange absehbar ist, dass ein Erhalt durch die Besitzerin nicht gewährleistet ist“, sagt Celina der Staatszeitung. „Letztlich wird es dazu kommen, dass der Freistaat in einigen Jahren das Schloss erben wird und spätestens dann die Entscheidung treffen muss, ob er die Kosten für den Erhalt dieser potenziellen Perle in Unterfranken schultern wird oder das Schloss endgültig verfallen lässt.“ (David Lohmann)

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