Leben in Bayern

Philipp Raimund. (Foto: dpa)

09.02.2026

Bei Olympia-Premiere: Oberstdorfer Raimund holt Gold im Skispringen

Die deutschen Skispringer erlebten eine Saison mit wenigen Erfolgen. Im ersten Olympia-Wettkampf gelingt Philipp Raimund, der für den SC Oberstdorf startet, die Sensation. Nicht nur in Bayern sind viele Fans vor Freude über die zweite deutsche Goldmedaille bei den diesjährigen Olympischen Spielen in Italien aus dem Häuschen

Erste Winterspiele, erstes Gold: Philipp Raimund, der für den SC Oberstdorf startet, hat sich sensationell zum Olympiasieger im Skispringen gekrönt. Der 25-Jährige siegte im Wettbewerb von der Normalschanze im italienischen Predazzo. Raimund setzte sich im ersten olympischen Springen seiner Karriere vor Silbergewinner Kacper Tomasiak aus Polen durch. Rang drei teilten sich der Japaner Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden.

Im Weltcup hat Raimund noch nie ein Einzel gewonnen. Für das deutsche Team ist es der Mega-Höhepunkt einer ganz schweren Saison mit zahlreichen Enttäuschungen. "Es war ähnlich wie im Sommer schon hier. Vor dem ersten Sprung war ich scheiße-nervös. Es sind alle hier. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, aber ich bin so, so stolz drauf. Jetzt bin ich Olympiasieger, das ist unglaublich", sagte Raimund und fügte hinzu: "Noch keinen einzigen Weltcup gewonnen und dann auf der größten Bühne, ganz oben zu stehen, das ist unglaublich."

Saison-Dominator Prevc enttäuscht

Die Zuschauer im sehr gut gefüllten Sprung-Stadion sahen einen packenden Wettkampf. Anders als so oft in diesem Winter im Weltcup sprang der Slowene Domen Prevc diesmal nicht allen davon. Der Saison-Dominator und Vierschanzentourneesieger wurde nur Sechster. Raimund lieferte diesmal die große Show. Zahlreiche angereiste deutsche Fans feierten den gebürtigen Göppinger.
Schon nach seinem ersten Versuch zeigte Raimund die Faust. Sein Sprung auf 102 Meter brachte ihn in eine hervorragende Ausgangsposition. "Komm, bitte", sagte die mitfiebernde Skisprung-Legende Sven Hannawald am ARD-Mikrofon. Im zweiten Durchgang ließ Raimund 106,5 Meter folgen. Schon im Training zeigte er, wie gut ihm die Schanze im Val di Fiemme liegt. Am Tag vor dem Wettkampf belegte der 25-Jährige in drei Trainingsrunden die Plätze eins, eins und zwei.

Familie fiebert an der Schanze mit

"Ich habe ein Gefühl dafür aufgebaut, was für Punkte ich habe, worauf ich mich konzentrieren muss", sagte er. Er könne nun ganz entspannt an den Wettkampf herangehen, ergänzte Raimund im Stile eines Routiniers. "Ich glaube, dass wir tatsächlich aufgeregter sind als er", sagte sein Bruder Fabian in der ARD.

Sportlich hat sich Raimund im vergangenen Jahr enorm weiterentwickelt und auch ein persönliches - für einen Skispringer ungewöhnliches - Problem gelöst. Höhenangst, die Raimund noch in der vergangenen Saison zwischenzeitlich plagte, macht ihm nach eigenen Angaben keine Schwierigkeiten mehr. Mit einem Psychologen hat er das Thema aufgearbeitet.

Schon an diesem Dienstag steht der nächste Wettkampf an

Raimund will seine ersten Winterspiele auch abseits des Wettkampfes genießen. Der extrovertierte Sportler nimmt in der Mannschaft eine besondere Rolle ein. "Er lebt von den Emotionen", beschrieb Sportdirektor Horst Hüttel zuletzt. "Seine Art tut auch den anderen gut." Gut tut Raimund nun auch dem deutschen Medaillenspiegel. Nicht nur in Bayern sind viele Fans vor Freude über die zweite deutsche Goldmedaille bei den diesjährigen Olympischen Spielen in Italien aus dem Häuschen.

Die anderen deutschen Athleten, Felix Hoffmann, Andreas Wellinger und Pius Paschke, konnten nicht in den Kampf um Edelmetall eingreifen. Für die Springer geht es bereits an diesem Dienstag weiter. Dann steht das Mixed-Team auf dem Programm (18.45 Uhr/ZDF und Eurosport).

(dpa)

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