Leben in Bayern

Im Süden sind weniger Menschen auf ein Blutzuckermeßgerät angewiesen. (Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB)

06.11.2019

Diabetes in Nordbayern häufiger als im Süden

Bayern steht bei der Volkskrankheit Diabetes besser da als viele andere Teile Deutschlands. Doch die Unterschiede innerhalb des Freistaats sind beträchtlich

Die Menschen in Bayern erkranken seltener an der Zuckerkrankheit als der Bevölkerungsdurchschnitt. Allerdings gibt es innerhalb des Freistaats ein klares Süd-Nord-Gefälle und auch beträchtliche Unterschiede zwischen Stadt und Land. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Danach leiden 7,9 Prozent der Einwohner Bayerns am sogenannten "Alterszucker", Diabetes mellitus Typ 2. Bundesweit liegt der Anteil bei 8,6 Prozent.

München ist nach den Daten unter den deutschen Großstädten die Metropole mit den günstigsten Diabetes-Zahlen, der Anteil liegt bei 6 Prozent. Innerhalb Bayerns schneidet der oberbayerische Landkreis Starnberg mit 5,3 Prozent am besten ab. Am schlechtesten steht der oberfränkische Kreis Hof da, mit einem Diabetiker-Anteil von 12,4 Prozent.

Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel

Ein Grund für die Unterschiede liege in der Altersstruktur, erklärte Steffen Hilfer, der als ärztlicher Berater bei der AOK Bayern arbeitet. Denn mit höherem Alter nimmt das Diabetes-Risiko zu.

Aber auch wenn man diesen Einfluss herausrechne, liege der Anteil der Diabetiker etwa in der Stadt und im Kreis Hof doppelt so hoch wie im Landkreis Starnberg, sagte Hilfer. Insgesamt ist Diabetes in Franken und Ostbayern spürbar weiter verbreitet als in Oberbayern und Schwaben. Auch die wirtschaftliche Lage spiele eine Rolle. "Wo die Arbeitslosigkeit höher ist und die Menschen weniger Geld haben, sind auch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel ein größeres Problem als in reicheren Gegenden", sagte Hilfer.

Nach Einschätzung der AOK sollten Angebote zur Diabetes-Prävention vor allem auf Regionen konzentriert werden, wo das Erkrankungsrisiko besonders hoch ist. Dabei müsse ein breiter Ansatz verfolgt werden, sagte Hilfer. "Gerade wenn es darum geht, die Ernährungsgewohnheiten und die Bewegung zu verändern, braucht man einen langen Atem."
(dpa)

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