Leben in Bayern

Max Riedl liebt seinen Job – trotz gelegentlichem Stress. (Foto: Bäumel-Schachtner)

14.08.2019

Herr über das Straubinger Gäubodenfest

Seit 1978 organisiert der Niederbayer Max Riedl das zweitgrößte Volksfest Bayerns

Es dreht sich wieder: das Riesenrad auf dem Gäubodenvolksfest. 1,4 Millionen Besucher lockt die Gaudi jedes Jahr an. Hinter den Kulissen hält der Straubinger Max Riedl die organisatorischen Fäden in der Hand. Die Schwerpunkte seiner Arbeit haben sich in den vergangenen 40 Jahren verschoben. Heute stehen Sicherheit und Umweltschutz auf seiner Liste ganz oben.

Sich in den Vordergrund stellen mag er überhaupt nicht. Wenn nach elf fröhlichen Tagen das Straubinger Gäubodenfest auch heuer wieder erfolgreich zu Ende gegangen sein wird, dann spricht Max Riedl von Teamarbeit. Dabei ist er weit mehr als nur Teil einer gut funktionierenden Gruppe. Der Niederbayer ist Prokurist der Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH, die jedes Jahr das zweitgrößte Volksfest Bayern plant und durchführt. Er ist der Manager des Gäubodenvolksfests, das bis zum 19. August wieder rund 1,4 Millionen Besucher angelockt haben wird.

Das erste Volksfest plante Riedl, der sein Alter partout nicht verraten will, bereits 1978 mit. Damals noch als städtischer Beamter im Festamt, das zu dieser Zeit noch für das Gäubodenfest verantwortlich war. In den vergangenen 40 Jahren aber hat sich viel getan. Seit 1992 ist eine städtische Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Gäubodenfest zuständig. Und die lieh den städtischen Beamten kurzerhand aus, damit er sich weiterhin um das Fest kümmern konnte.

Die Ausschreibungen für 2020 laufen jetzt schon

Dieses Leihverhältnis dauert nun schon ziemlich lang an. Seit einigen Jahren ist Max Riedl zusätzlich Prokurist der Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH. Inzwischen hält er die gesamten organisatorischen Fäden in der Hand. Die bunten, sich elf Tage drehenden Karussells und die sieben Festzelte, in denen fröhlich gefeiert wird, bescheren ihm hinter den Kulissen vor allem eines: viel Papierkrieg. Nötig ist eine akribische Vorarbeit. Das Fest ist noch nicht zu Ende, und doch laufen die Ausschreibungen für 2020 bereits.

Max Riedl liebt seine Arbeit. Von seinem Büro aus blickt er seit dem 9. August wieder auf die Ostbayernschau und das sich drehende Riesenrad. Auf seinem Fenstersims stehen ein Karussell aus Keramik, ein Clown und ein Holzpferdchen. Aber nicht nur eine gehörige Portion Liebe bringt der Straubinger für seinen Job mit, sondern auch eine große Portion Neutralität. Denn man kennt sich auf dem Fest. Mit manchen Schaustellern hat er seit Jahrzehnten zu tun. Dennoch, wenn es um die Vergabe der begehrten Plätze auf dem Straubinger Hagen geht, darf er sich davon nicht beeinflussen lassen. Wer zum Zuge kommt, wird allein über ein ausgeklügeltes Punktesystem entschieden. „Wir sind das Bindeglied dafür, dass die Schausteller ihr Geschäft machen und die Besucher ihren Spaß haben“, erklärt Riedl. Beides müsse er im Blick haben, um das Gäubodenfest für alle Beteiligten zu einem Erfolg zu machen.

Riedls Team besteht aus 19 Festen und 70 Aushilfen

Gemeinsam mit seinem Team bestimmt Riedl, wo die einzelnen Fahrgeschäfte, Essensstände und Wohnwagen stehen. Das wird ganz genau ausgetüftelt. „Jeder Meter wird optimal genutzt, Planung ist dabei alles“, betont Riedl. Und es wird auf eine abwechslungsreiche Mischung geachtet. Losbude neben Mandelverkäufer, große Fahrgeschäfte neben kleinen – Riedl will den Besuchern Abwechslung bieten. Sie sollen Lust bekommen, noch eine Runde zu drehen.

Der Prokurist kennt aber auch die Sorgen und Nöte der Branche. Derzeit, so sagt er, ist das Schaustellerwesen stark im Wandel. „Das Hauptproblem ist der Personalmangel“, weiß er. Viele Schausteller stellen auf leichtere Fahrgeschäfte, die schneller aufzubauen sind, weniger Personal brauchen und weniger Energie kosten, um.

Aber auch sein Job sei schnelllebiger geworden, sagt er. Ging man früher noch zu Fuß zu den Schaustellern und redete mit ihnen direkt, ist man heute per Handy jederzeit erreichbar. Die Schwerpunkte in seiner Arbeit haben sich ebenfalls verlagert. Sicherheit und Umweltschutz spielten heute die Hauptrollen.

Das Gäubodenfest aber bleibt Riedls Leidenschaft. Abends noch eine Runde über das Gelände zu drehen, macht ihm große Freude. „Gerade im historischen Bereich ist dies sehr stimmungsvoll“, schwärmt er. Was man allerdings nicht erleben wird: dass der Chef in der Lederhose übers Fest schlendert. Zwar zieht er gerne mal ein Trachtenhemd an, „aber Lederhose habe ich keine einzige, auch wenn ich das eigentlich gar nicht laut sagen darf“, sagt er schmunzelnd.

Bis zum Ende des Fests hat sein 19-köpfiges Team, das von 70 Schüler- und Studenten-Aushilfen verstärkt wird, noch eine Menge Arbeit. Wenn dann aber am Montag die letzte Mass ausgeschenkt ist und der Wellenflieger seine letzte Runde gedreht hat, hofft Max Riedl vor allem auf eines: „Dass das Fest pannenfrei und sicher über die Bühne gegangen ist und es den Leuten gefallen hat.“
(Melanie Bäumel-Schachtner

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