Leben in Bayern

Covid-19-Patient auf der Intensivstation. (Foto: dpa/Ole Spata)

20.10.2021

Intensivbetten werden knapper

In vielen bayerischen Kommunen sind die Stationen voll belegt - obwohl dort viel weniger Corona-Patienten liegen als im vergangenen Winter

In den Krankenhäusern von über einem Dutzend bayerischer Kreise und Städte gibt es wegen wieder steigender Zahlen von Corona-Patienten keine freien Intensivbetten mehr. Voll belegt sind die Intensivstationen insbesondere in Teilen Oberbayerns und der fränkischen Regierungsbezirke, wie aus dem Divi-Intensivregister hervorgeht.

Demnach meldeten am Mittwoch unter anderem die Stadt Rosenheim sowie die Kreise Freising, Erding und Aichach-Friedberg kein einziges freies Intensivbett; im Norden Bayerns Stadt und Landkreis Aschaffenburg, die Stadt Erlangen und der Kreis Erlangen-Höchstadt, die Kreise Forchheim und Bayreuth sowie Stadt und Landkreis Landshut. Und im Südwesten des Freistaats hat im Landkreis Unterallgäu die Intensivmedizin ihre Behandlungsmöglichkeiten restlos ausgeschöpft.

Im bayernweiten Schnitt sind elf Prozent der Intensivbetten frei. Die Corona-Ampel der Staatsregierung, die als Indikator für die Belastung der Kliniken dient, steht nach wie vor auf grün. Doch in mehreren Regionen Bayerns sind die Behandlungskapazitäten der Krankenhäuser in den vergangenen Wochen geschrumpft.
Die Landtags-SPD forderte von der Staatsregierung deswegen Nachbesserungen an dem System. "Wie kann es sein, dass die Ampel noch auf grün steht", fragte die gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann.

Was aber passiert, wenn die Corona-Ampel auf rot schaltet?

Auf rot würde die Ampel von der Staatsregierung geschaltet, wenn die landesweite Zahl der Covid-Intensivpatienten auf 600 steigt, das wäre verbunden mit verschärften Einschränkungen des öffentlichen Lebens. "Es muss einfach klar sein, ob eine örtliche Überlastung von Kliniken automatisch zu Maßnahmen für das ganze Land führen soll, oder was im Ernstfall für die betroffenen Kommunen gilt", sagte SPD-Politikerin Waldmann dazu. "Fraglich bleibt auch, welche Maßnahmen oder Einschränkungen dann überhaupt ergriffen werden, wenn es zu einer Überlastung kommt."

Anders als in der ersten Phase der Corona-Pandemie halten die Kliniken mittlerweile keine Intensivbetten wegen der Pandemie mehr frei. Bayernweit lagen am Mittwoch in der Mittagszeit 270 Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Das sind erheblich weniger als im vergangenen Winter, aber ein deutlicher Wiederanstieg seit dem Sommer. Der Großteil der Corona-Intensivpatienten ist nicht geimpft.

Auch die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter. Am Mittwoch meldeten laut Robert Koch-Institut zwölf Kreise und Städte in Bayern Inzidenzen von 200 und mehr. An der Spitze lag am Mittwochvormittag nach wie vor das Berchtesgadener Land mit 355,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Die bayernweite Inzidenz ist nun auf 128,6 geklettert. Am Freitag vergangener Woche hatte der Wert erstmals seit Mai wieder die Schwelle von 100 überschritten.
(dpa)

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