Leben in Bayern

Ein Männerhaus: Das Hilfetelefon für Männer bietet Unterstützung bei Gewalt und psychosozialen Problemen. (Foto: dpa/Rolf Kremming)

22.04.2026

Mehr Männer suchen Hilfe bei Gewalt

Psychische Gewalt, Demütigungen, Schläge: Auch Männer werden Opfer von Gewalt. Doch das ist oft mit Scham behaftet. Wie Betroffene das Schweigen überwinden können und wo Hilfe zu finden ist

Rund 970 Mal haben Anrufer aus Bayern im vergangenen Jahr das „Hilfetelefon Gewalt an Männern“ kontaktiert. „Ob psychische Gewalt, Misshandlung, Mobbing oder Übergriffe in der Partnerschaft – die Fachkräfte hören zu, anonym, kostenlos und sicher“, betonte das Sozialministerium in München anlässlich des sechsjährigen Bestehens des Angebots. Denn: „Auch Männer erleben Gewalt – in der Kindheit, auf der Straße, in Institutionen oder in der Partnerschaft.“

Etwa 30 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt sind den Angaben zufolge männlich. Dennoch bleibt ihr Leid häufig im Verborgenen. „Oft stecken Männer die Demütigungen, Drohungen oder Schläge jahre- und sogar jahrzehntelang ein. Denn darüber spricht man(n) nicht“, sagte Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU). Häufig spiele Scham eine große Rolle.

Gewalt meist im persönlichen Umfeld

Aus den Erhebungen des Hilfetelefons geht hervor, dass Betroffene 2025 in rund 61 Prozent der Fälle Gewalt durch die (Ex-)Partnerin oder den (Ex-)Partner erlebten. In mehr als zwei Dritteln der Fälle wurde ausschließlich eine weibliche Täterschaft angegeben. Am häufigsten äußerten die Anrufenden den Wunsch nach psychosozialer Beratung.

Auch konkrete Hilfe in akuten Situationen oder Schutz vor weiterer Gewalt sei häufig Thema. Neben direkt Betroffenen wenden sich auch Angehörige oder Fachstellen an das Angebot.

Angebot wird zunehmend genutzt

Das Hilfetelefon ist seit März 2020 erreichbar und verzeichnet steigende Nachfrage. Bundesweit stieg die Zahl der Anrufe von 1.480 im Startjahr auf mehr als 4.000 im vergangenen Jahr. Ein Großteil der Betroffenen erlebt Gewalt im nahen sozialen Umfeld.

Neben der telefonischen Beratung gibt es auch Online-Unterstützung sowie spezialisierte Beratungsstellen und Schutzwohnungen in Bayern, unter anderem in München, Nürnberg und Augsburg. (dpa)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Sollen Biolebensmittel umsatzsteuerfrei sein?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

Ralf Wintergerst, CEO von Giesecke+Devrient, weist auf einen sehr wesentlichen Umstand der deutschen Politik hin: „Es gibt hierzulande sehr viele Veto-Punkte, wo der eine aus Eigeninteresse den Vorschlag des anderen blockieren kann."

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.