Leben in Bayern

Mit einem neuen multifunktionalen Fahrzeug bringt der Bezirk Mittelfranken Kultur aufs Land. (Foto: Bezirk Mittelfranken, Michael Volkmar)

29.03.2026

Neues Angebot: Fahrbare Kultur fürs Land

Mit dem Pop-up!-Mobil des Bezirks Mittelfranken kann man Konzerte, Tanzveranstaltungen und andere Events auch außerhalb der Städte erleben

Klappe hoch, Kultur raus. Auf Schulhöfen und Marktplätzen. Und das ohne großen Aufwand. In einer Viertelstunde ist das „Pop up! mobil“, ein umgebauter Fiat Ducato, einsatzbereit, zehn Minuten nach dem Ende ist es auch schon wieder verschwunden. Ein Fahrer wird bei Bedarf auch gestellt. Es kann von ganz kleinen Technikteams betrieben werden, es ginge auch mit nur einer einzigen Person, die auch kein Veranstaltungstechnikprofi sein muss.

Wie wäre es mit einer Silent Disco, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Musik tanzen, die nur sie über ihre Kopfhörer erleben? Oder mit einer Aufführung von Faust? Oder mit E-Sport-Turnieren oder Konzerten?

Das Pop-up!-Mobil ist ein mobiles Kulturwerkzeug für die Kulturarbeit im ländlichen Raum. Also nicht da, wo das Staatstheater sowieso jeden Abend vor vollen Rängen spielt, wo man jeden Abend die Wahl zwischen etlichen kulturellen Angeboten hat. Sondern dort, wo es oft an solchen Angeboten mangelt. 

„Wir wollen echte Teilhabe schaffen“

Andreas Horst ist Popularmusikberater des Bezirks Mittelfranken. Er hat das Kulturgefährt jetzt bei der Freizeitmesse in Nürnberg vorgestellt. „Wir wollen echte Teilhabe schaffen, und ich denke, das ist uns mit dem Pop up!-Mobil sehr gut gelungen“, sagt Horst. Sein Werdegang ist prädestiniert für die Organisation des Pop-up!-Mobils: Horst ist Musiker – Schwerpunkt: Rocker –, obendrein Dozent und Tontechniker.

Der Bezirk Oberpfalz machte den Anfang: „Heimatmobil“ heißt da das gute Stück. Bezirksrat Herbert Lindörfer aus Ansbach hatte es im Finanz- und Heimatministerium Albert Fürackers (CSU) entdeckt und gesagt: Das will ich auch haben. Besonders weil das Mobil mit gut 220 000 Euro vom Freistaat gefördert wurde – das sind 90 Prozent der Gesamtkosten.

Schwerpunkte sind Musik, Kultur und Digitales abseits von den städtischen Ballungsräumen – genau das Richtige für die ländliche Hälfte Mittelfrankens. Zum Beispiel beim Fränkischen Sommer in Triesdorf, für die musikalische Umrahmung eines Künstlerevents, das keine Bühne hat, für Diskussionsrunden, die Limes-Fachberatung oder die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik. Und da ist Andreas Horst noch nicht am Ende der Möglichkeiten, die er unter „tolle Talente“ zusammenfasst.

Eine Firma für Messebau in Dachau hat die Ausschreibung für die Ausstattung des Fahrzeugs unter der Devise „sparsam, keine Verschwendung“ gewonnen. Die Firma schaute sich Vorbilder an, der Bezirk trug zusammen, was es an Bedürfnissen für so eine temporäre, mobile Bühne gibt, die man ach auf 19 Quadratmetern überdachter und 6 Quadratmetern ausgeklappter Fläche realisieren kann.

Eine Heckklappe ermöglicht den Zugang für Behinderte und die Bestückung mit Material, wie es etwa ein Kreisheimatpfleger für eine Vorführung brauchen könnte. Im Inneren findet sich ein 98-Zoll-Monitor, der sich auch herausfahren lässt, integrierte Lautsprecher, eine Lichtanlage und ein mobiles Aufnahmestudio, mit dem man zum Beispiel live Podcasts aufnehmen könnte. Auch die Veranstaltung von Filmfesten ist möglich.

Podcasts aufnehmen? Kein Problem

Es gibt im Innenraum sogar eine Heizung. Akkus ermöglichen den Einsatz der Bühne auch außerhalb von Ortschaften. Die Zuschauerinnen und Zuschauer stehen vor der Bühne, oder es gibt Stühle vom Veranstalter, der das Fahrzeug bestellt hat. Ob die vier vorhandenen Stühle und ein Tisch reichen, wird gerade ausprobiert: Ein Jahr lang dauert die Pilotphase.

Als Nutzer kommen Institutionen wie der Bezirksjugendring, die Medienfachberatung oder ähnliche Akteure im kommunalen beziehungsweise staatlichen Raum auf dem Land in Frage. Gerade ist noch eine Website im Aufbau. Dort soll man Hilfe finden bei Bewerbungsanträgen, Beratungsbedarf, etwa hinsichtlich möglicher anfallender Gema-Gebühren.

Eingesetzt werden kann das Mobil bei Freizeit- und Fachmessen, auch an Schulen und Kindergärten wurde gedacht. Das Angebot gilt ziemlich streng nur innerhalb der Grenzen des Bezirks Mittelfranken. Allerdings wird es eine bezirksübergreifende Zusammenarbeit mit der Oberpfalz geben, wo ja dieses Modell der mobilen Kulturarbeit schon im Einsatz ist.

Bei der Messe sammelte Andreas Horst schon einmal erstes Feedback der Messebesucherinnen und -besucher. Jetzt geht es darum, das Pop-up!-Mobil und die Möglichkeiten, die es bietet, der breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen. Buchungsanfragen sind über die E-Mail-Adresse popupmobil@bezirk-mittelfranken.de möglich. (Uwe Mitsching)
 

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