Leben in Bayern

Ende Juni soll das neue Strafjustizzentrum in Betrieb genommen werden, dann hat das alte Strafjustizzentrum, das in den 1970er Jahren für 100 Millionen D-Mark gebaut wurde, nach knapp fünf Jahrzehnten ausgedient. (Foto: dpa/SVEN SIMON, Frank Hörmann)

18.05.2026

'Prunkpalast': Neues Münchner Strafjustizzentrum eingeweiht

Zehn Jahre Bauzeit, Millionenkosten - und eine zu kleine Einfahrt in die Tiefgarage. Nach ein paar Schwierigkeiten geht es mit einer der größten Baustelle Deutschlands zu Ende

Nach mehr als zehn Jahren Bauzeit ist in München das neue Strafjustizzentrum eröffnet worden. Rund 400 Millionen Euro - und damit deutlich mehr als zunächst geplant - hat der Bau gekostet, der künftig vier Gerichte und zwei Staatsanwaltschaften beherbergen soll. 

"Das ist schon ein echter Prunkpalast", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Ich frage mich schon die ganze Zeit, wo Sie den Spa untergebracht haben." Fast achtmal den Marienplatz umfasse das Areal. "Es ist ein Signal für die gesamte bayerische Justiz, die stark ist." Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) sprach von einem "großen Tag für die Justiz in München". 

Altes Gebäude kostete 100 Millionen D-Mark

Ende Juni soll das Gebäude in Betrieb genommen werden, dann hat das alte Strafjustizzentrum, das in den 1970er Jahren für 100 Millionen D-Mark gebaut wurde, nach knapp fünf Jahrzehnten ausgedient. Seit 1977 fanden dort die Strafprozesse der Landgerichte München I und II, des Amtsgerichts und des Oberlandesgerichts statt. Diese Gerichte - und zusätzlich die Staatsanwaltschaften München I und II - bekommen nun ein neues Zuhause.

Während der Bauzeit hatte es einige Rückschläge gegeben. Erst gab es Schimmel an einer Wand und im vergangenen Jahr machte das Problem Schlagzeilen, dass die Gefangenentransporte nicht in die Tiefgarage passten. Es musste nachgebessert werden. 

Insgesamt sollen künftig rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem neuen Gebäude auf insgesamt 39.300 Quadratmetern tätig sein. Es gibt drei Innenhöfe, Extra-Treppenhäuser für die Häftlinge und die Richter - und 54 Gerichtssäle. Sie tragen die Namen der bevölkerungsreichsten Ortschaften aus den jeweiligen Amtsgerichtsbezirken. 

Größter Saal heißt Illertissen und Neu-Ulm

Der größte ist teilbar und hat darum mit Illertissen und Neu-Ulm zwei Namen. Dort soll im Juli auch die erste Verhandlung im neuen Gebäude stattfinden: der bereits seit geraumer Zeit verhandelte Prozess gegen mutmaßliche Reichsbürger, die einen Umsturz geplant haben sollen. 

300.000 Umzugskartons

Laut bayerischem Justizministerium handelt es sich bei dem Umzug ins neue Strafjustizzentrum um einen der größten Umzüge Deutschlands. Mit 1.500 LKW-Ladungen müssen 300.000 Umzugskartons transportiert werden. 

"Das alte Strafjustizzentrum war fast 50 Jahre lang die Herzkammer der Münchner Strafjustiz", sagte Justizminister Eisenreich. Dort fanden Prozesse statt wie der gegen die Mörder von Walter Sedlmayr und Rudolph Moshammer oder der gegen einen der letzten NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk. 

"Das alte Strafjustizzentrum hat fast fünf Jahrzehnte gute Dienste getan", sagte Eisenreich. "Mit dem neuen Strafjustizzentrum am Leonrodplatz bekommt es einen modernen Nachfolger, der die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten sowie zwei Staatsanwaltschaften von sieben Münchner Standorten zentral unter einem Dach vereint." (dpa)
 

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