Leben in Bayern

Eine Gedenktafel erinnert am Haus Nr. 8 am Nürnberger Unschlittplatz an das Auftauchen des Findlings Kaspar Hauser am Pfingstmontag des Jahres 1828 (Foto: dpa)

11.08.2015

Wo wurde Kaspar Hauser getötet?

Sommerserie "Unbekanntes Bayern" Teil 9

Er liegt etwas versteckt hinter Buschwerk und Bäumen. Und wer partout nicht fündig wird, kann sich an den Informationstafeln orientieren: Ein grauer, sechseckiger Gedenkstein erinnert im Ansbacher Hofgarten an den Ort, wo das berühmteste Findelkind des 19. Jahrhunderts, Kaspar Hauser, so schwere Stichverletzungen erlitt, dass es drei Tage später daran starb. 

Es war der 14. Dezember 1833, als Kaspar Hauser Zeugenberichten zufolge wie von Sinnen aus dem Hofgarten stürzte. Eine in Latein verfasste Inschrift hält bis heute die Erinnerung an die mysteriösen Todesumstände wach: "Hier wurde ein Unbekannter von einem Unbekannten getötet".

Von einem Unbekannten in den Hofgarten gelockt

Tatsächlich sind sich die Historiker bis heute uneins über Kaspar Hausers Tod. Zeitgenossen wie der Jurist Anselm von Feuerbach hatten seinerzeit ein Attentat auf den vermeintlichen Prinz von Baden vermutet, berichtet der Leiter des Ansbacher Markgrafen-Museums, Wolfgang Reddig. Nach verschiedenen Überlieferungen wurde Hauser am Nachmittag des 14. Dezembers von einem Unbekannten in den Hofgarten gelockt. Einer Gerichtskommission soll Hauser noch kurz vor seinem Tod berichtet haben, ein großer, schwarz gekleideter Mann habe ihm zunächst einen Beutel überreicht und ihn dann niedergestochen. 

Nach Einschätzung von Reddig ist aber auch nicht auszuschließen, dass sich Hauser die Verletzung selbst zugefügt hat. Drei Tage später - am 17. Dezember 1833 - sei der damals 21-Jährige gestorben und  schließlich unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden. Bis heute ist die Identität von Kaspar Hauser rätselhaft, der am Pfingstmontag 1828 wie aus dem Nichts in Nürnberg aufgetaucht war. Selbst moderne gentechnische Methoden hatten nie zweifelsfrei klären können, ob an der kühnen Vermutung etwas dran ist: Dass nämlich Hauser der legitime Nachfolger des badischen Königshauses war und im Gerangel um die Thronfolge aus dem Weg geschafft wurde. (dpa)

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