Leben in Bayern

Meister Yoda aus "Star Wars" vor der Altstadt in Nürnberg. (Foto: dpa)

13.05.2014

Meister Yoda erobert Nürnberg

Von "Star Wars" bis "Harry Potter": In Nürnberg soll ein neuartiges Filmmuseum entstehen. Yoda-Mitschöpfer Nick Maley will dort Original-Requisiten ausstellen und mit Hilfe von Hologrammen deren Geschichte erzählen

Er ist 66 Zentimeter groß, grün und hat spitze Segelohren - Meister Yoda ist eine der bekanntesten Figuren aus dem Filmepos "Star Wars". Dass allein für die fünfte Episode vier Puppen kreiert wurden, wissen die wenigsten. Und wohl auch nicht, dass sechs Menschen ihn beim Dreh bewegen mussten. Genau das will Nick Maley, einer der Macher von Meister Yoda, ändern. Damit Filmwissen nicht verloren geht, plant der britische Star-Maskenbildner in Nürnberg ein neues, weltweit einzigartiges Museum für Spezialeffekte, Fantasy- und Science-Fiction-Filme.
Ursprünglich als Sonderausstellung geplant, soll nun unter dem vorläufigen Titel "FXpo - Center for Entertainment Arts Nürnberg" eine rund 1000 Quadratmeter große Dauerausstellung mit Original-Requisiten aus Filmen wie "Star Wars", "Alien", "Harry Potter", "James Bond", "Indiana Jones" oder "Armageddon" entstehen.

Die Macher erscheinen als Hologramme

"Die Leute sehen die fertigen Figuren und Effekte nur auf der Leinwand", sagt Nick Maley. "Sie sehen aber nicht, wie viel Zeit und Aufwand, welche Geschichte, Pannen und Probleme hinter dieser Arbeit stecken." Dieses Wissen soll das Museum vermitteln, beziehungsweise die jeweiligen Macher der Figuren und Spezialeffekte. Geplant ist nämlich ein sogenanntes Holomuseum: Die Macher sollen als Hologramme erscheinen und den Besuchern Hintergründe und Anekdoten erzählen und Ratschläge erteilen, wie man in der Filmindustrie eine Karriere starten kann.
Mindestens eine halbe Million Euro kostet das ambitionierte Projekt. Ob es, wie geplant, pünktlich zu Weihnachten öffnen wird, ist bisher unklar. Die Stadt Nürnberg hat das Vorhaben mit 10 500 Euro gefördert, aber Nick Maley sucht noch weitere Sponsoren. Alleine kann er seinen Traum von einem Stück Hollywood in der Frankenmetropole nicht realisieren. Er ist auch noch auf der Suche nach einem geeigneten Ort für das Museum. Mehrere Lokalitäten stehen zur Wahl, darunter das ehemalige Versandhaus Quelle.

Meister Yoda solle ursprünglich nach München oder Berlin

Ursprünglich wollte Maley das Holomuseum in einer Stadt wie Berlin, Frankfurt, München oder Leipzig aufbauen. Doch schnell merkte er: "Die großen Millionen-Städte haben ein großes Angebot an Events und hochkarätigen Museen. Damit will ich nicht konkurrieren, da würde das Filmmuseum untergehen." Nürnberg sei eine schöne mittelgroße Metropole mit guter Infrastruktur und viel Potenzial, die solch ein Projekt zu schätzen wisse. Schon bei seiner Promotour Anfang Mai war der Andrang auf die Requisiten enorm - vor allem auf Meister Yoda, die bekannteste Figur, an der Maley mitwirkte.
Der 64-Jährige entwarf zahlreiche weitere Figuren, Masken und Kostüme für 53 Filme, darunter "Superman" und "Highlander". Unter anderem verwandelte er Schauspieler Anthony Hopkins in den "Glöckner von Notre Dame". Derzeit lebt Maley auf St. Martin auf den Niederländischen Antillen. Er betätigt sich vor allem als Künstler und betreibt ein kleines Filmmuseum. (Severine Weber, dpa) (Foto: dpa; Maskenbildner Nick Maley, einer der Macher von Meister Yoda)

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