Politik

Ein Zug der S-Bahn München fährt an der Baustelle der zweiten S-Bahn-Stammstrecke durch die Münchner Innenstadt vorüber. Der Bau der Stammstrecke wird nach Einschätzung des Bayerischen Verkehrsministeriums massiv teurer und kommt Jahre später als geplant. (Foto: dpa/Matthias Balk)

19.07.2022

Bayern will belastbare Zahlen

Deutsche Bahn soll für Klarheit bei der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München sorgen

In der Debatte um eine mögliche Kostenexplosion bei der geplanten zweiten S-Bahnstammstrecke in München hat die bayerische Staatsregierung die Bahn zur Vorlage belastbarer Zahlen aufgefordert. "Der Freistaat plant nicht und der Freistaat baut nicht. Wir sind wie der Bund nur Geldgeber", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. "Am Ende dreht es sich immer um dasselbe - die Kostenrechnung der Deutschen Bahn." Die Opposition wirft der Staatsregierung vor, schon Ende 2020 von den Kostensteigerungen gewusst, diese aber nicht öffentlich gemacht zu haben.

Es gebe seitens der Bahn bis heute keine Zahlengrundlage, beklagte Herrmann. "Der Freistaat zahlt nur gegen Zahlen", sagte er. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) werde am Mittwoch nach Berlin fahren, um dort mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) die Lage zu erörtern.

Wissing hatte sich zuletzt zur Zahlungsverpflichtung des Bundes bekannt. "Wir zahlen 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Es gebe "kein finanzielles Problem, die Mittel sind da".

Erst neun Jahre später fertig

Nach neuen Schätzungen sollen die Kosten für den Bau der zweiten S-Bahn-Röhre in München von 3,85 auf bis zu 7,2 Milliarden Euro steigen. Zudem könnte sich die Inbetriebnahme der zentralen Strecke durch die Münchner Innenstadt von 2028 auf 2037 verzögern.

Deswegen entbrannte ein Streit zwischen dem Bund und dem Freistaat Bayern sowie der Stadt München über die Zukunft des Projektes.
Grundsätzlich zeigte Staatskanzleichef Herrmann Verständnis dafür, dass es zu gewissen Kostensteigerungen kommen kann. Es sei für die U-Bahnlinie U9 auch auf Wunsch der Stadt München eine Querröhre neu in die Planungen aufgenommen worden. Es müsse einleuchten, dass eine solche bauliche Veränderung zu erheblichen Kostensteigerungen und auch zu einer Verlängerung der Bauzeit führen könne.
(Michael Donhauser, dpa)

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