Politik

Darf in Bayern jeder Lehrer werden (Symbolbild)? Foto: dpa

29.01.2025

Berufsverbot wegen Engagement als Klimaschützerin? Das steckt wirklich dahinter

Eine angehende Lehrerin wird womöglich nicht zum Referendariat zugelassen. Jetzt spricht die Staatskanzlei

Im Streit um ein vermeintliches Berufsverbot für eine angehende Lehrerin hat Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) klargestellt, dass der Frau eine Zulassung zum Referendariat bisher nicht verweigert wurde. Hintergrund des Streits ist ein Bericht über die Klimaaktivistin Lisa Poettinger. Diese hatte auf der Plattform X über ein gegen sie verhängtes "Berufsverbot" geklagt, das ihr seitens des Freistaats erteilt worden sei. In dem Kontext hatte sie auf einen Beitrag der "Süddeutschen Zeitung" verwiesen, in dem es heißt, sie sei zum Referendariat endgültig nicht zugelassen worden.

Darf eine Lehrerin "antikapitalistisch" sein?

Das Anhörungsschreiben, das Poettinger vom Kultusministerium erhielt, ist zwar noch kein finaler Ablehnungsbescheid – die Stoßrichtung des Schreibens lässt jedoch auf einen weiter fortgeschrittenen Entscheidungsprozess schließen. Darin heißt es, das Kultusministerium beabsichtige, Poettinger die Zulassung für das Referendariat zu versagen, mit detaillierter Aufführung der Gründe dafür. Poettinger wird die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.

Das Ministerium führte unter anderem gegen Poettinger laufende Ermittlungsverfahren und ihre Mitgliedschaft in der Gruppe "Offenes Antikapitalistisches Klimatreffen München" als Gründe an, die Mitgliedschaft in der Gruppe hatte Poettinger selbst angegeben. Die Vereinigung wurde vom bayerischen Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft. Es bestehe gerade auch mit Hinblick auf die anstehende Verbeamtung ein "Einstellungshemmnis", wenn Bewerber nicht für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einträten.

Poettinger selbst bestätigte auf Anfrage, dass sie den Vorwürfen in dem Anhörungsschreiben widerspricht. Sollte sie einen finalen Ablehnungsbescheid bekommen, will sie rechtlich dagegen vorgehen. Die Gleichsetzung von Antikapitalismus und Marxismus – dem sie sich selbst zuordnet – mit Demokratiefeindlichkeit sei "skandalös", sagte Poettinger. Sie sei überrascht, dass ein Staat, der sich der Meinungsfreiheit verschreibe, so handle.

Klimaaktivismus sei keiner der Gründe

Am 17. Februar starten die neuen Referendarinnen und Referendare in Bayern ihren Dienst. Herrmann hob hervor, dass – anders als behauptet – Poettingers Tätigkeit als Klimaaktivistin nicht der Grund für das Anhörungsverfahren sei. Es gehe um ihr "Engagement in linksextremistischen Vereinigungen sowie auch um im Zusammenhang stehende strafrechtliche Ermittlungen". Herrmann stellte klar: "Extremisten haben im Staatsdienst nichts verloren, im Schuldienst erst recht nicht. Wir wollen weder Kommunisten noch Nazis in unseren Schulen." (Sven Hoppe, dpa)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

Ralf Wintergerst, CEO von Giesecke+Devrient, weist auf einen sehr wesentlichen Umstand der deutschen Politik hin: „Es gibt hierzulande sehr viele Veto-Punkte, wo der eine aus Eigeninteresse den Vorschlag des anderen blockieren kann."

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.