Politik

Finanzminister Markus Söder (CSU) zu Besuch beim Neujahrsspringen. Die Menschen in Bayern bringen ihm gemischte Gefühle entgegen. (Foto: dpa)

02.01.2018

CSU weiter unter 40 Prozent

Ihren monatelangen Führungsstreit hat die CSU vorerst überwunden - doch die Bayern sind noch ziemlich skeptisch. Für den designierten MP Söder gibt es durchwachsene Werte

 Auch nach der Kür der neuen CSU-Doppelspitze aus Horst Seehofer und Markus Söder kommt die Partei vorerst nicht über die 40-Prozent-Marke hinaus. In einer Landtagswahl-Umfrage im Auftrag von Sat1.Bayern, die am Dienstag veröffentlicht wurde, legte die CSU im Vergleich zu Ende November allerdings um zwei Punkte auf jetzt 39 Prozent zu. Die AfD sank dagegen um zwei Punkte auf 12 Prozent. Eine andere Umfrage hatte die CSU zuletzt wieder bei 40 Prozent gesehen.

Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Bayern glaubt demnach, dass Söder eher ein guter Ministerpräsident werden wird. Bei CSU-Wählern sind es 64 Prozent. Söder soll Seehofer im ersten Quartal dieses Jahres an der Regierungsspitze ablösen.

Die Persönlichkeitswerte für Söder fallen dagegen gemischt aus: Zwar sagten 77 Prozent der Befragten, Söder vertrete die Interessen Bayerns, 73 Prozent nannten ihn durchsetzungsfähig und 71 Prozent führungsstark. Aber nur 45 Prozent halten ihn der Umfrage zufolge "voll und ganz" oder "eher" für ehrlich, 49 Prozent eher nicht oder gar nicht. 46 Prozent sagten, Söder verstehe die Sorgen und Nöte der kleinen Leute. 47 Prozent halten ihn für vertrauenswürdig, 49 Prozent für sympathisch.

Eine Fortsetzung der CSU-Alleinregierung wird nicht gewünscht

Die Doppelspitze wird von CSU-Anhängern mehrheitlich begrüßt (64 zu 31 Prozent). Insgesamt sind 54 Prozent unzufrieden, 42 Prozent zufrieden. Die Erfolgschancen halten 57 Prozent der CSU-Anhänger für groß, 39 Prozent für gering. Dabei gilt die CSU der Mehrheit der Bayern (69 Prozent) weiter als eher zerstritten, 26 Prozent halten die Partei für geeint. Im November, vor der Kür der Doppelspitze, hatten noch 83 Prozent der Wähler angegeben, die CSU sei zerstritten.

Eine Fortsetzung der CSU-Alleinregierung wird von den Bayern der Umfrage zufolge weder gewünscht noch für realistisch gehalten: Auf die Frage, ob die CSU noch einmal in der Lage sein werde, bei einer Landtagswahl die absolute Mehrheit der Mandate zu gewinnen, sagten nur 26 Prozent Ja und 71 Prozent Nein. Auch von den CSU-Anhängern glauben demnach nur 41 Prozent an eine weitere Alleinregierung.

Zugleich gaben nur 20 Prozent der Befragten an, ihnen wäre nach der Landtagswahl eine Alleinregierung am liebsten. 56 Prozent wollen zwar eine CSU-geführte Regierung - aber eben mit einem Koalitionspartner.

Die anderen Parteien blieben in der Landtagswahl-Umfrage im Vergleich zum November exakt oder quasi konstant: die SPD bei 15 Prozent, die Grünen bei 10 Prozent und die Freien Wähler bei 7 Prozent. Die FDP verlor einen Punkt und liegt nun ebenfalls bei 7 Prozent.

Das Hamburger Umfrageinstitut GMS hatte vom 27. Dezember bis zum 1. Januar 1007 Wahlberechtigte im Freistaat telefonisch befragt. (dpa)

INFO: Umfrage
Die Fragen lauteten:

"Eine Frage speziell zu Markus Söder als Nachfolger von Horst Seehofer. Wird Ihrer Meinung nach Markus Söder eher ein guter Ministerpräsident werden oder wird er eher kein guter Ministerpräsident werden?"

"Jetzt möchte ich mich gerne mit Ihnen nochmals über den zukünftigen bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder unterhalten. Dazu lese ich Ihnen einige Eigenschaften vor. Sagen Sie mir bitte, ob die jeweilige Eigenschaft auf Markus Söder voll und ganz zutrifft, eher zutrifft, eher nicht zutrifft oder gar nicht zutrifft."

"Sind Sie mit der Lösung durch eine Doppelspitze Horst Seehofer und Markus Söder eher zufrieden oder unzufrieden?"

"Wie beurteilen Sie die Erfolgschancen der CSU mit einer - Doppelspitze Seehofer-Söder?" - "Ist die CSU aus Ihrer Sicht derzeit eher einig und geschlossen oder eher zerstritten?"

"Wird die CSU überhaupt noch einmal in der Lage sein, bei einer Landtagswahl in Bayern die absolute Mehrheit der Mandate zu gewinnen und alleine zu regieren?"

"Zu der Frage, wer Bayern nach der Landtagswahl im Herbst 2018 regieren soll, gibt es unterschiedliche Ansichten. Was wäre Ihnen persönlich am liebsten?"

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 29 (2018)

Umfrage Bild
  • Ich habe die Hinweise zum Datenschutz und die AGB's zur Kenntnis genommen.
Abstimmen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
 
Unsere Umfragen sollen Trends aufzeigen und haben keinen repräsentativen Charakter. Eine unsachgemäße Beeinflussung bei Onlineumfragen ist nicht auszuschließen.

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. Juli 2018 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Daniel Föst,
Vorsitzender der Bayern-FDP und baupolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion

(JA)

Volkmar Halbleib, Parlamentarischer Geschäftsführer und wohnungsbaupolitischer Sprecher der Landtags-SPD

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2017

Ausgabe vom
24. November 2017

Weitere Infos unter Tel. 089/290142-65 oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download (PDF, 18 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.