Politik

Bayern zahlt zur Fortführung der Sprach-Kitas für 2023 und 2024 aus eigenen Mitteln 25 Millionen Euro. (Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch)

23.01.2023

Dauerhafte Förderung: 25 Millionen Euro für Bayerns Sprach-Kitas

Staatsregierung kündigt eigenes Landesförderprogramm an – FDP kritisiert Vorgehen

Zur Fortführung der Sprach-Kitas in Bayern zahlt der Freistaat für 2023 und 2024 aus eigenen Mitteln 25 Millionen Euro. Dies kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München an.

"Wir werden es aber dauerhaft fortsetzen, denn wir haben ja eher mehr Migration. Es kommen ja sehr viele Menschen zu uns, die hier Glück suchen und nicht nur Schutz", sagte Söder. Auf Dauer sei es das Ziel, die Angebote auszubauen und zu verbessern.

Auch für die Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften seien die Sprach-Kitas von großer Bedeutung, sagte Söder. Auch deren Kinder würden dadurch hier eine echte Perspektive erhalten und könnten auch fester Bestandteil der großen bayerischen Gemeinschaft werden.

Söder betonte, ihn wundere es sehr, dass der Bund die Förderung "einfach kürzt und auslaufen lässt. Es gibt auch kein Argument dafür, wenn man ehrlich ist".

Den Kindern werde in den Sprach-Kitas nicht nur gute pädagogische Erziehung ermöglicht, sondern eben auch das Erlernen der Sprache. Bayern springe daher nun ein, "weil wir der Meinung sind, dass die Förderung der Kinder ganz, ganz besonders wichtig ist. Wir reparieren ein bisschen, was der Bund jetzt offen lässt, aber wir glauben, dass das notwendig ist."

Kinder aufs Leben vorzubereiten sei die schönste und schwierigste Aufgabe zugleich, sagte Söder. "Was hier geleistet wird, hilft ein ganzes Leben. Was hier nicht geleistet wird, schadet dem ganzes Leben."

Mit Blick auf den Fachkräftemangel bei Erziehern sagte Söder, es müsse sich überlegt werden, wie die praktische und die akademische Ausbildung noch besser verzahnt werden könnten. "Wir werden natürlich auch Zuwanderung aus dem Ausland brauchen", so Söder. Deswegen solle es sogenannte "Fastlanes" für Pflegeberufe und Erzieher geben, wo ausländische Berufsabschlüsse schneller anerkannt würden.

FDP: "Fake News" der Staatsregierung 

Kritik kommt aus der Opposition. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für frühkindliche Bildung der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, Julika Sandt, erklärte in einer Pressemitteilung am Montag, dass das Bundesförderprogramm nicht beendet werde. Die Behauptungen der Staatsregierung seien "Fake News". 

"Die Bundesregierung überführt dieses Programm in das Kita-Qualitätsgesetz und stellt den Ländern deutlich mehr Geld für diese wichtige Maßnahme zur Verfügung", erklärt Sandt. "Der Punkt ist: Die Länder müssen dies auch wollen", heißt es in ihrer Pressemitteilung. Sie selbst habe die Staatsregierung dazu aufgefordert, ein entsprechendes Landesprogramm aufzusetzen. Dieser Vorschlag solle nun mit Verspätung offenbar eins zu eins umgesetzt werden. Sandt: "Die Mittel dafür sind aber immer noch nicht im aktuellen Haushaltsentwurf vermerkt."(BSZ/Marco Hadem, dpa)

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