Politik

Echter Honig ist kostbar. (Foto: dpa)

18.08.2025

Falscher Honig: Produktfälscher werden immer dreister

Die Schwemme an Fake-Honig aus dem Ausland macht Bayerns Imkern das Leben schwer. Freie Wähler und Linke sehen den Bund in der Pflicht

Wo Honig draufsteht, ist auch Honig drin – von wegen: Häufig findet sich anstelle von Bienenhonig ein gepanschtes Produkt. Importhonig wird oft mit billigem Sirup aus Mais, Zuckerrüben oder Reis gestreckt. Das Beifügen fremder Stoffe ist laut EU-Recht zwar untersagt. Doch ein Labor untersuchte bereits 2023 im EU-Auftrag mehrere Hundert Honigproben, mit alarmierendem Ergebnis: In Deutschland stand jede zweite entnommene Probe im Verdacht, gefälscht zu sein.

Nun hat ein ZDF-Rechercheteam das lukrative Geschäft mit dem Fake-Honig genauer unter die Lupe genommen. „Wenn ich meinen Honig mit 20 Prozent Sirup mische, würde sich meine Marge fast verdoppeln“, rechnet ein deutscher Honighändler vor.

Testverfahren ausgetrickst

Die Reporter besuchten auch eines der Hauptexportländer gepanschten Honigs: China. In Fernost agieren sie beim Umgehen europäischer Gesetze immer professioneller. Selbst bei aufwendigeren Testverfahren wurde nur ein Teil der dort mit Sirup versetzten Ware entdeckt. Dabei werden besonders strenge Kontrollen ohnehin nur von manchen deutschen Einzelhändler eingefordert.

Für die heimischen Imker ist der Fake-Honig längst existenzbedrohend. 2023 wurden gut 64 400 Tonnen Honig in die Bundesrepublik eingeführt. Ein großer Teil der Importe stammt neben China aus Argentinien, der Ukraine und Mexiko. Deutsche Imker bleiben wegen der Billigkonkurrenz immer öfter auf ihrer Ware sitzen.

Längst ist die Politik alarmiert. „Wenn Konzerne mit falschem Honig ihre Gewinne maximieren, muss der Staat dem einen Riegel vorschieben“, sagt Bayerns Linken-Chef Martin Bauhof. Nikolaus Kraus, Ernährungsexperte der FW-Landtagsfraktion, fordert: „Wo Honig draufsteht, muss auch Honig drin sein.“ Die Freien Wähler fordern verbindliche Qualitätsstandards sowie verlässliche Kontrollsysteme.

Stefan Spiegl, Präsident des Verbands Bayerischer Imker, empfiehlt, den Honig entweder beim Imker zu kaufen. Oder im Laden auf Produkte mit dem Schriftzug „Echter Deutscher Honig“ zuzugreifen. Das Siegel soll garantieren, dass wirklich das Werk von Bienen und nicht chinesischer Fabriksirup im Glas schlummert. (T. Lill)

Der Artikel erschien am 14. August in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung.

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