Politik

Armin Grein, langjähriger Vorsitzender der Freien Wähler, ist tot. Grein hat die Freien Wähler als unabhängige Wählergemeinschaft mitgegründet und war lange Landes- sowie Bundesvorsitzender. Er starb im Alter von 84 Jahren.

12.02.2024

Freie-Wähler-Gründervater Grein gestorben

Mitte der 1970er-Jahre hatte Armin Grein eine Vision. Er wollte die Freien Wähler im Land vereinen. Damit veränderte er die Parteienlandschaft und legte den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte

Der Gründervater und langjährige Ehrenvorsitzende der Freien Wähler, Armin Grein, ist am Sonntag im Alter von 84 Jahren gestorben. Das teilte der Landesverband Bayern am Montag in München mit. Grein war von 1978 bis 2006 Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern, von 1994 bis 2010 hatte er auch das Amt des Bundesvorsitzenden inne.

"Der Tod von Armin Grein trifft uns tief. Er hat die Wurzeln der Freien Wähler gelegt", sagte der amtierende Landes- und Bundeschef Hubert Aiwanger. Nur durch Greins Vorarbeit seien die Freien Wähler inzwischen dort, wo sie sind. Grein habe viel für die Menschen im Land geleistet und stets die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt gerückt, sich Zeit genommen und zugehört.

Der Chef der FW-Landtagsfraktion, Florian Streibl, zeigte sich ebenfalls tief betroffen: "Der Tod Armin Greins reißt bei den Freien Wählern eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird." Grein hinterlasse in Bayern ein "unvergleichliches politisches Erbe".

Überzeugter Lokalpolitiker

Greins politischer Weg begann den Angaben zufolge 1972 in Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart), wo er bis 1984 hauptamtlicher Bürgermeister war. 1978 gründete er den Landesverband der Freien Wähler Bayern. Neben Kreis- und Bezirkstags-Mandaten war einer seiner größten Erfolge die Wahl zum Landrat im Landkreis Main-Spessart 1984.

Grein galt als überzeugter Kommunalpolitiker, der stets betonte, wie wichtig kommunale Politik für das Funktionieren des Gemeinwesens sei. Diese Überzeugung ist bis heute fest bei den Freien Wählern verankert. Bis zur Gründung der Freien Wähler musste Grein über viele Jahre jede Menge Geduld und Überzeugungskraft aufbringen, um die unabhängigen Gruppierungen in Bayern und Deutschland davon zu überzeugen, das sie als einheitliche politische Kraft mehr erreichen könnten.

Geboren wurde Armin Grein am 21. April 1939 in Aschaffenburg, er wuchs in Faulbach am Main im Landkreis Miltenberg auf. Bis zu seinem Tod lebte er zusammen mit seiner Frau in Marktheidenfeld. Er hinterlässt drei Kinder - einen Sohn und zwei Töchter. Für sein gesellschaftliches und politisches Engagement wurde er unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden, der Kommunalen Verdienstmedaille in Gold und der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber ausgezeichnet.

Söder: "Ein Verlust für die politische Landschaft in Bayern"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Tod des Freie-Wähler-Gründers Armin Grein als Verlust für die politische Landschaft in Bayern bezeichnet. "Armin Grein hat all das verkörpert, wie er die Freien Wähler selbst immer gesehen hat - als kommunale Kraft der bürgerlichen Mitte mit einem klaren liberalen Kompass", sagte der CSU-Chef am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München.

Bis zuletzt sei Grein seinen Werten treu geblieben: "Als Bürgermeister und Landrat war er ein engagierter Anwalt für die Menschen, die ihn gewählt haben. Sein Tod ist ein Verlust für die politische Landschaft in Bayern. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie." (Marco Hadem, dpa)

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