Politik

Kleine braune Pilze wachsen im Moos auf einem Baumstamm. (Foto: dpa/Vogl)

16.03.2023

Gefährdete Arten – leidender Wald

Der aktuelle Bericht zur Lage der Natur in Bayern zeigt, dass es vielen Arten sehr schlecht geht

Der Umwelt in Bayern geht es an vielen Stellen schlecht. Wie sehr, das zeigt der aktuelle Bericht zur Lage der Natur in Bayern, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. So weist die seit 2016 laufende Aktualisierung der Roten Listen nach bundeseinheitlichen Standards aktuell für mehr als die Hälfte der neu bewerteten Arten einen Gefährdungsstatus aus. Und auch um viele Waldbäume ist es schlecht bestellt.

Bisher wurden für die Roten Listen 2973 Arten aus 14 besonders relevanten Gruppen neu bewertet. 6,5 Prozent sind dem Bericht zufolge in Bayern bereits ausgestorben, 36,7 Prozent gefährdet oder vom Aussterben bedroht und weitere 7,6 Prozent so selten, dass sie ein erhöhtes Aussterberisiko haben. Über alle Arten ergibt sich dem Bericht zufolge ein Anteil von 45 Prozent Arten mit Gefährdungsstatus, hier sind aber teils deutlich ältere Datenstände enthalten.

Besonders schlecht ist die Situation den neuen Erhebungen zufolge für Kriechtiere. Auch Lurche, Weichtiere, Tagfalter, Flechten und Bienen sind überdurchschnittlich gefährdet. Bei Netzflüglern, Säugetieren, Brutvögeln, Libellen und Moosen sieht es dagegen etwas besser aus.

Auch der Wald leidet. Zwischen 2012 und 2021 haben sich der Zustand der Waldbäume "deutlich verschlechtert", heißt es im Bericht. Stand 2021 hätten rund 40 Prozent deutliche Schäden aufgewiesen. Das ist fast doppelt so viel wie 2012. Hier haben sich unter anderem die "extrem trockenen und heißen Sommer der letzten Jahre" bemerkbar gemacht.

Im Vorwort des Berichts, der von der Obersten Naturschutzbehörde und dem Umweltministerium vorgelegt wurde, heißt es allerdings auch, die Lage der Natur habe sich "in den vergangenen Jahren spürbar verbessert". Dies ist verbunden mit dem Hinweis, dass die Natur Zeit zur Entfaltung brauche und die Rückkehr der Biodiversität ein langfristiger Prozess sei.

Der Vorsitzende der Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann, warnte dagegen: "Die Natur in Bayern gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht." Gleichzeitig griff er die Staatsregierung an. Diese scheitere "meilenweit an ihren selbstgesteckten Zielen". Dafür fehle es an Umsetzungswillen, denn "Ziele allein helfen unseren bedrohten Tieren und Pflanzen in Bayern keinen Schritt weiter." (Christof Rührmair, dpa)
 

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