Politik

19.02.2021

Impfreihenfolge: Lehr- und Kita-Personal nach vorn!

Ein Kommentar von Angelika Kahl

Die meisten Eltern und Kinder haben sehnsüchtig darauf gewartet: Am Montag öffnen Bayerns Kitas und Grundschulen endlich wieder ihre Türen. Auch Abschlussklassen kehren zurück in den Präsenzunterricht. Viele Lehrkräfte und Erzieher*innen aber haben ein mulmiges Gefühl: Abstand und Hygienemaßnahmen einhalten – gerade kleinere Kinder sind damit überfordert. Und die Sorge vor einer Corona-Ansteckung ist keineswegs unbegründet. Eine Auswertung der AOK belegt: Kita-Beschäftigte sind von Corona sogar noch stärker betroffen als Menschen, die im Gesundheitssektor arbeiten. Keine andere Berufsgruppe war zwischen März und Oktober 2020 so häufig wegen einer Covid-19-Infektion krankgeschrieben wie sie.

Unfassbar deshalb, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sich bislang strikt weigert, Lehrkräfte und Kita-Personal bei der Corona-Impfung zu priorisieren. Aktuell kommen sie erst in Gruppe 3 auf Spahns Liste zum Zug – gemeinsam mit 60-Jährigen, „relevanten“ Politiker*innen und stark Übergewichtigen. Auf Druck von Merkel und eher unwillig deutete Spahn nun zwar ein Einlenken an. Doch sogleich grätschte der Chef der Ständigen Impfkommission dazwischen und empfahl: Lehrkräfte brauchen keine weitere Priorisierung.

Rüstige Alte können sich daheim schützen, die Erzieherin nicht

Wie kann es aber sein, dass die Politik seit Monaten die bevorzugte Öffnung der Kitas und Schulen – völlig zu Recht – wie ein Mantra vor sich herträgt, die Menschen, die dort arbeiten, aber nicht ausreichend schützt. Klar: Es gibt noch zu wenig Impfstoff, um alle vulnerablen Gruppen sofort zu impfen. Alte und pflegebedürftige Menschen in Heimen haben Priorität. Rüstige Alte aber haben es weit mehr in der Hand, sich selbst vor einer Infektion zu schützen, als Schul- und Kita-Personal, das nicht zu Hause bleiben kann.

Besonders ärgerlich ist, wenn sich dann auch noch Kommunalpolitiker, Kirchenmänner oder AWO-Familienmitglieder bei der Impfung vordrängeln. Natürlich sollen übrig gebliebene Dosen verimpft statt entsorgt werden. Transparente Nachrückerlisten aber, wie sie einige Kommunen bereits eingeführt haben, würden jede Mauschelei beenden. Listen mit impfwilligen Personen aus Risikogruppen. Zu denen hoffentlich auch bald das Schul- und Kita-Personal zählt.

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