Politik

Nach einem antisemitischen Post hat die Linke sofort reagiert. Foto: dpa

19.08.2025

Jüdischen Schülern den Tod gewünscht: Antisemitsmusskandal bei Linken-Jugend

„Wir müssen leider enttäuschen: Der Rauswurf fand nicht statt während das Flugzeug in der Luft war.“ Ein auf dem offiziellen X-Account eines Linksjugend-Ablegers verbreiteter antisemitischer Post sorgt nicht nur in der Linken für Entsetzen. Die Organisation hat nun Konsequenzen gezogen

Die Linke hat einen handfesten Antisemitismus-Skandal. Ein auf dem X-Account des Frankfurter Solid-Ablegers verbreiteter Post sorgte in den Sozialen Medien für Entsetzen. Die Parteijugend der Linken in der Main-Metropole hatte einen Artikel der „Jüdischen Allgemeinen“ über einen Vorfall im spanischen Valencia geteilt. Eine Reisegruppe hatte eine Gruppe mit jüdischen Schülern vor Abflug aus dem Flugzeug verwiesen. Im Account der Linken-Jugend wurde dies mit dem Zusatz kommentiert: „Wir müssen leider enttäuschen: Der Rauswurf fand nicht statt während das Flugzeug in der Luft war.“

Der Vorstand der Frankfurter Linken war auf BSZ-Anfrage zunächst nicht erreichbar. Mittlerweile hat sich Solid auf X jedoch entschuldigt und den Post gelöscht. Er sei von einer Einzelperson ohne Einbindung der Basisgruppe verfasst worden, heißt es in einem Statement. Die Verfasserin sei kein Parteimitglied gewesen und nun auch nicht mehr Mitglied der Frankfurter Linksjugend.

Bayerns Linken-Chef entsetzt

Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank zeigte sich gegenüber dem „HR“ entsetzt: „In den vergangenen Wochen hat sich die menschenverachtende Rhetorik im Kontext des Israel-Palästina-Konflikts immer weiter zugespitzt.“ Die Social-Media-Äußerungen der Linksjugend Frankfurt seien „ein drastisches Beispiel dafür, wie auch die letzten Hemmungen fallen.“

Auch in der Linken selbst ist die Empörung groß. „Ich bin schockiert. Antisemitismus hat in der Partei keinen Platz“, sagt Bayerns Linken-Chef Martin Bauhof der „Staatszeitung“. Er sei froh, dass Solid Frankfurt umgehend reagiert habe. Der Linken-Bundestagsabgeordnete und frühere Fraktionschef Dietmarf Bartsch äußerte sich im „Spiegel“ ähnlich. „Es muss mit allen möglichen Mitteln gegen solche Äußerungen vorgegangen werden, so wie es in Frankfurt gemacht wurde.“ (Tobias Lill)

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