Politik

Die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag soll als gesetzliche Regel eingeführt werden. (Foto: dpa/CHROMORANGE, Christian Ohde)

07.07.2026

Kritik aus den eigenen Reihen

Die Koalition will strengere Regeln für Krankschreibungen. Auch aus der Kanzlerpartei kommt Kritik. Der CDU-Arbeitnehmerflügel warnt, schärfere Vorschriften könnten nach hinten losgehen

Der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels in der Union, Dennis Radtke, hat angesichts der geplanten strengeren Vorschriften für Krankschreibungen vor Misstrauen gegen kranken Menschen gewarnt. "Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Menschen seien zu faul", sagte der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) im ZDF-"Morgenmagazin". 

"Menschen, die keine Lust haben, die blau machen, hat es immer gegeben. Wir haben vor allem ein Problem mit den Langzeitkranken." Er habe angeregt, die Pläne zu überdenken. Ihn erreiche in Rückmeldungen die Sorge, dass Menschen, die heute vielleicht einen Tag fehlten, künftig gleich drei oder fünf Tage ausfallen könnten.

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte vereinbart, die Möglichkeit telefonischer Krankschreibungen abzuschaffen. Außerdem soll die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag als gesetzliche Regel eingeführt werden - statt wie bisher am vierten Tag. 

In Betrieben sollen abweichende Regeln vereinbart werden können. Arbeitgeber können auch jetzt eine frühere Vorlage verlangen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die geplanten strengeren Regeln damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle.
(Alexander Sturm, dpa)

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