Politik

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). (Foto: dpa)

13.01.2026

Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung

Die Proteste im Iran dauern an. Die Zahl der Toten steigt Aktivisten zufolge. Bundeskanzler Merz gibt eine Prognose ab, wie lange sich die Führung des Landes noch halten kann

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. "Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen", sagte er während seines Indien-Besuchs in Bengaluru.

Merz (CDU) hatte die Gewalt iranischer Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten bereits am Montag als "unverhältnismäßig" und "brutal" verurteilt. "Ich rufe die iranische Führung auf, ihre Bevölkerung zu schützen, statt sie zu bedrohen", sagte er. Merz würdigte ausdrücklich den Mut der Demonstranten. Sie würden friedlich für Freiheit in ihrem Land demonstrieren und das sei ihr gutes Recht.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben inzwischen eine landesweite Dimension angenommen. In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren. 

Aktivisten gehen von rund 650 Toten aus

Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo beziffert die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf inzwischen mindestens 648. Auch das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA sprach von knapp 650 Toten. Darunter seien 505 Demonstranten - unter ihnen neun Kinder - und 133 Militär- und Polizeibeamte. 

Einigen Schätzungen zufolge könnten sogar mehr als 6.000 Menschen getötet worden sein, schrieb die Organisation IHRNGO auf X weiter. Die Zahl der Festnahmen übersteige einigen Schätzungen nach mehr als 10.000. Die Angaben können derzeit - auch wegen der weiter bestehenden Internet- und Telekommunikationsblockade - nicht unabhängig überprüft werden. (dpa)

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