Politik

09.01.2026

Mini-Akws: Warum nicht?

Die CSU will den Bau von Mini-Atomkraftwerken forcieren. Eine gute Idee findet BSZ-Kommentartor Ralph Schweinfurth

Die CSU will den Bau von Mini-Atomkraftwerken forcieren. Und das, nachdem Deutschland gerade erst aus der Atomenergie ausgestiegen ist. Damit setzt die Partei sich für einen Trend ein, der weltweit an Fahrt gewinnt. Zwar sind sogenannte Small Modular Reactors (SMR) im Kommen, aber es gibt in Europa noch kein Unternehmen, das sie anbietet. Seriöse Kostenschätzungen für ein solches Kraftwerk gibt es nicht. Man geht von mehreren Milliarden Euro aus. Die Minireaktoren erbringen jeweils nur einen Teil der Leistung regulärer AKWs. Neben den USA und China haben auch mehrere EU-Staaten Interesse an der SMR-Technologie. CSU-Chef Markus Söder hat sich schon länger für die Erforschung von SMR ausgesprochen. „Made in Germany“ wäre mit Blick auf Qualität und Sicherheit sicher sinnvoll.

Im chinesischen Shandong gibt es seit Ende 2023 den Prototypen eines sogenannten Kugelhaufen-Reaktors. Dieser kühlt sich bei einer Störung passiv ab und benötigt kein Notkühlsystem. Eine Kernschmelze wie in Tschernobyl oder Fukushima kann nicht eintreten. Weil dieses Kernkraftwerk aus nur zwei kleinen Reaktoren mit einer Leistung von je 250 Megawatt besteht, könnte man diese als Grundlage nehmen für weitere Forschungen an Mini-Atomkraftwerken. Es müssen ja nicht gerade die Minireaktoren russischer Atomeisbrecher und U-Boote zum Vorbild für die Erforschung der SMR-Technologie herangezogen werden. Die atomgetriebenen U-Boote der Russen sind nicht sicher, wie Kernschmelzen in den Jahren 1985 und 1989 zeigen.

In Garching bei München steht ein Forschungsreaktor. Es wäre logisch, dort die SMR-Technologie weiter zu erforschen. Der Freistaat müsste sich das allerdings atomrechtlich vom Bund genehmigen lassen. Der Koalitionspartner SPD wird aufschreien, muss sein ideologiegetriebenes Nein vor dem Hintergrund der hohen Energiekosten dann aber halt auch vor den Menschen im Land begründen. Aktuelle Umfragen ergaben jedenfalls: Die Mehrheit wäre dafür. 

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