Politik

Diese Wölfe sind sicher: Sie leben im Wildpark in Poing bei München. (Foto: Alexander Heinl/dpa)

02.08.2018

Naturschützer kritisieren Staatsregierung

Vergrämen, fangen, abschießen: Der Bund Naturschutz kritisiert den geplanten Umgang mit Wölfen

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat die Haltung der CSU-Staatsregierung zum künftigen Umgang mit Wölfen als wenig sinnvoll kritisiert. Umweltministers Marcel Huber (CSU) hatte angekündigt, dass Wölfe auf nicht zu schützenden Almen vergrämt, gefangen oder abgeschossen wewrden sollen. "Entnahmen von einzelnen Tieren lösen das Problem nicht, weil ja immer wieder Wölfe durchziehen", sagte BN-Expertin Christine Margraf. Stattdessen brauche es präventive Maßnahmen.

Huber hatte sich bei einem Treffen von Ministerpräsident Markus Söder, Bauministerin Ilse Aigner und Agrarministerin Michaela Kaniber (alle CSU) mit dem Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern geäußert. Bei dem Treffen am Rande der traditionellen Hauptalmbegehung am Mittwoch berichtete Vereinsvorstand Georg Mair von der Angst der Bauern vor der befürchteten Ankunft eines Wolfs. In der kleinräumigen Almwirtschaft im unwegsamen Gelände sei ein Schutz der Weidetiere nicht möglich, sagt Mair.

Söder: "Die Alm ist bislang auch ohne Wolf ausgekommen"

Die Staatsregierung sagte volle Unterstützung zu. "Die Alm ist bislang auch ohne den Wolf ausgekommen", sagte Söder am Mittwoch. Laut Huber soll eine Weidekommission prüfen, auf welchen Almen ein Schutz der Weidetiere vor dem Wolf nicht möglich ist. Dort sollen dann die harten Maßnahmen greifen.

Eine wenig sinnvolle Idee, wie Margraf meint. Schließlich gebe es bisher kein einziges Rudel im Alpenraum, sondern nur einzelne Wölfe, die das Gebiet durchqueren. Diese würden jedoch auch dann weiterhin kommen. Es sei zwar möglich, auffällige oder gefährliche Tiere zu entnehmen, im größeren Stil sei das jedoch nicht mit nationalem und EU-Recht vereinbar.

Dabei nehme der Bund Naturschutz die Sorgen der Weidetierhalter durchaus ernst. Margraf fordert deshalb rasch gesetzliche Grundlagen für präventive Maßnahmen. Es brauche neue Konzepte, um Herden zu lenken, beispielsweise mit Zäunen und Hunden. Derzeit liefen Nutztiere in den bayerischen Alpen häufig frei umher und gerieten dabei häufig in Gebiete, die nicht zu schützen sind.
(dpa)

Kommentare (2)

  1. Lucky Schmidt am 04.08.2018
    Hier sprechen Männer mit Hirn und Verstand und Weitsicht. Alles Wissen (Herdenschutz, Scheuheit) über Wölfe, das uns die Wildtierbiologen verkaufen, stammt aus Ländern bzw Zeiten, in denen Wölfe bejagt wurden. Ohne Bejagung geht unsere schöne bayerische Kulturlandschaft den Bach hinunter. Richtig so! Und lassen Sie sich nicht von diesen Pro Wolf Pseudotierschürzern ärgern! Schafe und Rinder sind mindestens genauso schützenswert wie Wölfet. Diese Tiere haben es nämlich nicht verdient mit aufgerissenem Bauch auf der Weide zu liegen. Es ist viel wichtiger, dass ein Großteil des Bayerischen Viehs die beste aller Haltungsformen, die Weidehaltung genießt, als dass 300 Wölfe wildernd und mordend durch Bayern ziehen.
  2. Annegret Sproesser am 03.08.2018
    Bravo, Marcel Huber, Markus Söder, Ilse Aigner und Michaela Kaniber,

    Endlich zeigen Politiker Rückgrat beim Umgang mit den Wölfen. Bitte weiter so. Es darf nicht sein, dass die Errungenschaften der letzten 200 Jahre, wie Kulturlandschaft, Almwirtschaft, ngefährdete freie Bewegung in der Natur und Artenschutz von allen Tieren und Pflanzen den Wölfen geopfert werden sollen. Bei weiterer ungehinderter Ausbreitung und anhaltendem Totoalschutz der Wölfe werden viele Weidetierhalter aufgeben, infolgedessen werden viele Wiesen nicht mehr offengehalten und fallen als Habitat für viele geschützte Pflanzen, Insekten, Boden- und Heckenbrüter weg. Die Wölfe müssen lernen in unserer Welt von 2018 zu leben. Die Welt von 1800/1850 ist Vergangenheit. Damals lebten im heutigen Europa ca. 80 Mio. Menschen. Soviele wie heute in der Bundesrepublik Deutschland.

    Das Eine tun, das Andere nicht lassen. Herden muss man, infolge der Wölfe zwar schützen, auf der anderen Seite muss man Wölfe bejagen, damit sie die Scheu, die sie leider nur in den Pamphleten der "Naturschutz"-NGOs besitzen, erwerben. Je nach Schadenssituation intensiver oder weniger intensiv.

    Wenn sich ein residentes Wolfsrudel mit den Herdenschutzmaßnahmen arrangiert hat, genügt es die Welpenzahl auf 2 Tiere jährlich zu reduzieren, solange diese noch gut von den ausgewachsenen Tieren zu unterscheiden sind. Wenn Wölfe gelernt haben durchschnittliche Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden, müssen sie intensiv bejagt werden. Es muss verhindert werden, dass dieses Wissen an die Nachfolgegenarationen weitergegeben wird. Notfalls ist das ganze Rudel zu entnehmen, damit sich ein Rudel, das Herdenschutzmaßnahmen akzeptiert dort ansiedeln kann.

    Dies hat drei Dinge zur Folge.

    -Die Wölfe halten sich fern von Weidetieren und menschlichen Ansiedungen.
    -Sie müssen Wild jagen um satt zu werden. Das führt dazu, dass sie weniger gut ernährt sind als mit Weidetieren und infolgedessen weniger fruchtbar sind.
    - Die Reviere müssen größer werden um das Rudel zu ernähren, die Wolfs-Populationsdichte wir sinken.

    Alle drei Faktoren führn zu mehr Akzeptanz der Anwesenheit von Wölfen.

    Nochmals besten Dank für Ihr Engagement.
    Weiter so!
    Mit freundlichen Grüßen

    Annegret Sproesser
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