Politik

Corona-Patient auf der Intensivstation. (Foto: Fabian Strauch/dpa)

02.11.2020

Noch keine Personalnot auf Intensivstationen in Bayern

Wegen der Corona-Pandemie gibt es derzeit keine Engpässe beim Pflegepersonal

Bayerns Staatsregierung sieht derzeit noch keinen Engpass beim Pflegepersonal auf den Intensivstationen im Freistaat wegen der Corona-Pandemie. "Bislang ist dem Gesundheitsministerium noch kein Engpass beim Pflegepersonal bekannt", sagte ein Ministeriumssprecher. "Wir beobachten die Entwicklung aber genau." Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern hatte zuvor massive Engpässe beklagt und vor einem Zusammenbruch des Systems gewarnt.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) habe sich vorsorglich an Bundesminister Jens Spahn (CDU) gewandt und um Wiederaussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen insbesondere für die Intensivstationen gebeten. "Den Krankenhäusern muss die in dieser Situation notwendige Flexibilität beim Einsatz des vorhandenen Personals gegeben werden", hieß es aus dem Ministerium. Es müsse klar sein, dass ausreichende personelle Kapazitäten nötig seien, um vorhandene Intensivbetten auch tatsächlich belegen zu können.

20 Prozent der Intensivbetten müssen in der Regel gesperrt werden, weil nicht ausreichend Personal zur Verfügung gestellt werden kann

Nach Angaben des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) müssen im Winterhalbjahr nach langjährigen Erfahrungen 20 Prozent der Intensivbetten gesperrt werden, weil nicht ausreichend Personal zur Verfügung gestellt werden kann.

Nach geltenden Regelungen liegt die Personaluntergrenze derzeit auf Intensivstationen bei 2,5 Patienten pro Pflegekraft tagsüber und 3,5 Patienten nachts. "Das sind absolute Untergrenzen!", sagte eine Sprecherin der Vereinigung der Pflegenden in Bayern. "In einem Herzzentrum würde niemand auf die Idee kommen, einer Pflegekraft 2,5 Patienten aufzubürden." Das Personal sei schon nach dem Frühjahr über der Belastungsgrenze gewesen, die Situation sei eher noch schlimmer geworden.

Laut Intensivregister stehen derzeit in Deutschland 28 824 betreibbare Intensivbetten zur Verfügung, für die auch Personal zur Verfügung steht, in Bayern sind es 4087 Betten. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden am Montag 2 309 Patienten in Intensivbetten mit Möglichkeit zur Beatmung behandelt, davon waren 251 Patienten an Covid-19 erkrankt. 743 solcher Betten waren noch frei.
(dpa)

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