Politik

"Das Bafög muss steigen. Es liegt derzeit unterhalb der Armutsgrenze. Das kann man ja niemandem erklären", sagt Juso-Vorsitzender Philipp Türmer. Er fordert daher eine Bafög-Reform. (Foto: dpa, Elisa Schu)

01.06.2026

Reaktion auf Bär-Aussagen: Juso-Chef will von Bafög-Reform nicht abrücken

Juso-Chef Türmer nennt Zweifel an der Bafög-Reform "skandalös". Er kritisiert, dass viele Studierende trotz Arbeit in Armut leben

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer hat skeptische Äußerungen von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) zur geplanten Bafög-Reform als skandalös bezeichnet. Statt sich auf die Seite der Studierenden zu stellen, wiederhole sie "ehrlicherweise saudumm Klischees", indem sie sage, die Studierenden sollten doch mal arbeiten, kritisierte der Chef der SPD-Jugendorganisation im Deutschlandfunk.

Tatsächlich arbeiteten 65 Prozent der Studierenden jetzt schon. "Das ist mehr als in den gesamten Generationen davor", sagte Türmer. Aber trotzdem lebten fast 50 Prozent der Studierenden, die nicht mehr zu Hause wohnen, in Armut, weil die Kosten so stark gestiegen seien und das Bafög eben nicht reiche.

Angeblich keine Unterstützung mehr aus den Regierungsfraktionen

Bär hatte am Wochenende Zweifel daran geäußert, dass die Bafög-Reform mit einem höheren Grundbedarf und einer höheren Wohnkostenpauschale verwirklicht wird. Sie sagte der Funke-Mediengruppe: "Mein Haus hat alle Weichen gestellt für die Bafög-Reform, und wir sind auch im Zeitplan. Ich habe aber auch gehört, dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt wird."

Später hieß es dann aus Kreisen ihres Ministeriums, es werde "mit Nachdruck daran gearbeitet, dass die BaföG-Reform Ende Juli im Kabinett verabschiedet wird und zum Wintersemester 2026/27 in Kraft treten kann".

Türmer sagte, er kenne niemanden in der SPD, der nicht mit voller Überzeugung hinter der Bafög-Reform stehe. "Das Bafög muss steigen. Es liegt derzeit unterhalb der Armutsgrenze. Das kann man ja niemandem erklären." (dpa)
 

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