Politik

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj.

03.11.2026

Selenskyj besucht Merz in Berlin

Russland und die Ukraine werden bald wieder an einem Tisch sitzen, um über ein Ende des Krieges zu verhandeln. Vorher besucht der ukrainische Präsident einen wichtigen Verbündeten

Vor neuen Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine über ein Ende des Krieges kommt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj heute nach Berlin. "Er wird gleich über Mittag wieder bei mir sein", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einer Rede bei der IHK Berlin. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen vorher nicht angekündigt worden.

Kurz vor der Ankunft kündigte der US-Sondergesandte Steve Witkoff eine neue Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA für nächste Woche Dienstag und Mittwoch in Abu Dhabi an. Sie soll auf Ebene der Berater der Staats- und Regierungschefs stattfinden. "Die Gespräche werden sich um Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Hilfsmaßnahmen und die nächsten Schritte auf dem Weg zum Frieden drehen", erklärte er.

Europäer drängen an den Verhandlungstisch

Zudem sollen Witkoff zufolge US-Gesandte diese Woche mit Vertretern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Nato sowie der EU zusammenkommen. Bei den Gesprächen in Brüssel soll es um die Themen Sicherheitsgarantien für die Ukraine, Europas Sicherheitsordnung nach dem Krieg sowie um den Wiederaufbau gehen.

Die Europäer bestehen darauf, an den Verhandlungen beteiligt zu werden. Auf deutscher Seite geht man von einer europäischen Präsenz in Abu Dhabi aus, auch wenn man dort nach jetzigem Stand wohl nicht mit am Tisch sitzt.

Drei wichtige Gipfel vor Jahresende

An die Gespräche in Abu Dhabi schließen sich drei wichtige Gipfeltreffen an: 
Am Rande des Apec-Wirtschaftsgipfels (18. und 19. November) im chinesischen Shenzen werden sich möglicherweise die Präsidenten der USA, Chinas und Russlands - Donald Trump, Xi Jinping und Wladimir Putin - zu einem Dreiergipfel treffen. China ist der wichtigste Unterstützer Russlands im Ukraine-Krieg. Führende westliche Politiker sagen, dass Putin seinen Krieg ohne chinesische Hilfe gar nicht weiterführen könnte.

Etwa zur selben Zeit ist in Berlin ein Gipfel der "Koalition der Willigen" geplant, der etwa 35 Staaten angehören, die die Ukraine unterstützen. Dabei wird es um weitere Hilfe für das Land gehen, vor allem, um im Winter gegen Russland bestehen zu können.

Vom 13. bis 15. Dezember findet dann in Florida der G20-Gipfel statt. Die spannende Frage: Nimmt erstmals seit der russischen Invasion in der Ukraine der russische Präsident wieder teil? Und wenn ja: Lädt Gastgeber Trump dann auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein? 
Ukraine braucht Flugabwehr-Raketen und 70 Milliarden

Bei dem Gespräch zwischen Merz und Selenskyj dürfte es auch um die weitere militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine gehen.

Ukraine benötigt vor allem Luftabwehr-Raketen

Militärisch benötigt die Ukraine vor allem Luftabwehr-Raketen, mit denen die gefährlichen ballistischen Raketen Russlands abgewehrt werden können. Das beste Mittel sind die US-Patriots, die zwar auch in zahlreichen anderen Ländern vorhanden, aber schwer entbehrlich sind. Die Bundeswehr hat schon alle Patriot-Systeme abgegeben, auf die sie verzichten kann, ohne die eigene Luftabwehr zu gefährden. 

Für das kommende Jahr benötigt die Ukraine nach Angaben Selenskyjs zusätzlich 70 Milliarden Euro von den Europäern. Diese Summe hat er beim letzten EU-Gipfel im Oktober genannt. Wie man das Geld zusammenbekommen kann, wird bei den drei in diesem Jahr noch anstehenden EU-Gipfeln Thema sein. Dabei wird es vor allem um die mittelfristige Finanzplanung der EU gehen. (dpa)
 

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll es eine Stromsteuersenkung für alle geben?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

Start-up-Investor Carsten Maschmeyer meint, dass ein Staat, der offensichtliche Probleme nicht löst, von seinen Bürgerinnen und Bürgern als dysfunktional wahrgenommen wird. Politiker, die viel versprechen und wenig halten, sorgen für Ablehnung.

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Passwort vergessen?

Geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail ein um Ihr Passwort zurückzusetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: vertrieb(at)bsz.de

Zurück zum Anmeldeformular 

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.