Politik

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, besichtigt im Lyndon B. Johnson Space Center in Begleitung von ESA-Reserveastronautin Amelie Schönenwald das Christopher C. Kraft Mission Control Center (MCC). (Foto: dpa/Sven Hoppe)

31.03.2026

Söder sieht Bayern auf Augenhöhe mit Esa und Nasa

Markus Söder präsentiert in den USA Bayerns Raumfahrtstrategie als Erfolgsmodell. Eine neue Kooperation mit der Nasa soll den Kurs weiter stärken

Diesen Moment kann Markus Söder so richtig genießen: Mehr als 8.700 Kilometer Luftlinie entfernt von München steht der CSU-Chef sichtlich zufrieden im Mission Control Center der Nasa in Houston. Hier, wo in wenigen Tagen die „Artemis 2“-Mond-Mission gesteuert wird, erfährt Weltraum-Fan Söder ein Stück weit jene Bestätigung und Genugtuung, die er für seine bayerische Raumfahrtstrategie so lange vermisst hat.

Neue Kooperation stärkt Bayerns Rolle

Der Grund für Söders gute Laune liegt nicht in der Führung durchs Astronauten-Trainingszentrum mit Esa-Astronaut Luca Parmitano und der aus Deutschland eingeflogenen Esa-Reserveastronautin Amelie Schönenwald. Anlass sind vielmehr zwei Unterschriften, die die weltberühmte US-Weltraumbehörde und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München noch enger aneinander binden. Konkret geht es um die Steuerung von Raumfahrzeugen auch ohne andauernde Bodenkommunikation, also selbstständiges Operieren im Weltall.

Schon jetzt verbindet eine Standleitung das berühmte Houston mit dem bayerischen Oberpfaffenhofen. Ein Ort, dessen Aussprache viele Amerikaner regelmäßig an den Rand der Verzweiflung bringt, weshalb der dazugehörige Bildschirm auf der großen Kontrollanzeige nur „Munich“ genannt wird.

„Das Schöne ist, dass die Strategien, die wir in Bayern auf den Weg gebracht haben vor einigen Jahren, die von dem einen oder anderen belächelt wurden, heute sehr gut aufgenommen werden“, sagt Söder. Bayern sei nun „quasi ein gleichberechtigter Partner“ von der Europäischen Weltraumorganisation Esa und der Nasa.

Früher verspottet, heute Milliardenprojekt

Um Söders Genugtuung zu verstehen, muss man Folgendes wissen: Unter dem Schlagwort „Bavaria One“ hatte der bayerische Ministerpräsident 2018 ein auf zehn Jahre angelegtes Luft- und Raumfahrtprogramm angekündigt, das etwa sein heutiger Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, damals noch Freie-Wähler-Oppositionsführer, als „Bavarian Größenwahn“ kritisierte.

2026 sind die Kritiker der bayerischen Weltraumstrategie verstummt: Bis 2030 werden eine Milliarde Euro investiert, als Teil der sieben Milliarden Euro schweren Hightech-Agenda für Forschung und Wissenschaft. Rund um München und Augsburg hat sich dadurch ein bedeutendes Cluster zu Luft- und Raumfahrt entwickelt; die Branche erzielt in Bayern inzwischen etwa zwölf Milliarden Euro Jahresumsatz und hat rund 40.000 Beschäftigte.

Raumfahrt bringt wirtschaftliche Effekte

Am DLR-Standort Oberpfaffenhofen entsteht zudem ein Mondkontrollzentrum, Baubeginn soll 2028 sein. Zudem sind im Zuge der Hightech-Agenda 13.000 neue Studienplätze und 1.000 Professuren entstanden, viele davon in Zukunftsfeldern wie Luft- und Raumfahrt, KI und Bio-Life-Sciences.

Auch Bayerns Wirtschaftskraft profitiert damit bereits von den einst vielfach verspotteten Investitionen.

Neues Hofbräuhaus

Als Kontrast zum Hightech-Programm besuchte Söder auch eine Ranch in Texas und zog Parallelen zwischen Bayern und dem US-Bundesstaat. „Bayern und Texas haben viel gemeinsam. Wissen Sie, Washington ist weit weg von Texas, Berlin ist weit weg von Bayern.“

Neben Raumfahrt gab es noch eine zweite Ankündigung: Im Frühherbst 2026 soll in der Region Dallas-Fort Worth das erste Original Hofbräuhaus in Texas eröffnen. (dpa)

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