Politik

Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, unterhält sich neben Carolina Trautner (l, CSU), Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, während eines Besuchs in einem Markus Söder besucht einen Nürnberger Kindergarten. Seit dem 25. Mai dürfen Vorschulkinder in Bayern wieder in den Kindergarten gehen. (Foto: Daniel Karmann/dpa)

25.05.2020

Söder will Corona-Tests für Sozialberufe

In einigen Berufen ist das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus besonders hoch: Erzieherinnen, Kranken- und Altenpflegerinnen gehören dazu. Ministerpräsident Markus Söder will nun Reihentests für diese Berufsgruppen

Angehörige sozialer Berufe wie Erzieherinnen, Krankenpfleger und wohl auch Lehrer sollen sich in Bayern bald regelmäßigen Tests auf das Coronavirus unterziehen können. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag bei einem Besuch in einem Nürnberger Kindergarten an.

Die Kindertagesstätten beherbergen nach seinen Worten inzwischen wieder 50 Prozent der dort im Normalbetrieb betreuten Kinder. Zum 1. Juli könnten unter bestimmten Umständen wieder alle Kindergarten-Kinder in ihre Einrichtungen gehen, falls sich das Infektionsgeschehen nicht wieder verschlimmere.

Die Tests sollten für Bedienstete von Kitas und vieler anderer Bereiche regelmäßig und für die Betroffenen kostenlos durchgeführt werden, sagte Söder. "Wir überlegen derzeit ein Konzept." Sollten positive Tests auftreten, gebe es dann die Möglichkeit, schnell einzugreifen. Er nannte Angörige von Berufen in Risikobereichen wie Kinderbetreuung, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern als Beispiele. Auf die Frage, ob dies auch die Lehrer in Bayerns Schulen betreffe, antwortete Söder: "Wahrscheinlich ja."

Kritik an Ramelow

Die Ankündigung von weitreichenden allgemeinen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Thüringen bezeichnete Söder als "fatales Signal". Er bitte die Verantwortlichen in Thüringen darum, die Absicht zu überdenken, sagte er am Montag. Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei, man müsse sogar von einer "zweiten Welle" im Herbst ausgehen. Bayern sei vom Infektionsgeschehen in der Nachbarschaft betroffen. "Wir in Bayern waren besonders betroffen dadurch, dass wir an einer Grenzsituation zu Österreich waren. Wir haben jetzt die aktuelle Situation, dass wir beispielsweise im Raum Coburg eben von Sonneberg betroffen sind."

Söder kündigte im Zweifel Gegenmaßnahmen an. "Wir werden uns da noch ein Konzept überlegen müssen, wie wir darauf reagieren", sagte er. "Ich möchte nicht, dass Bayern noch mal infiziert wird, durch eine unvorsichtige Politik, die in Thüringen gemacht wird."'

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften zu verzichten. Damit würden Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig von Infektionen vor Ort geben. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.
(dpa)

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Kommentare (1)

  1. Paynes am 25.05.2020
    Eigentlich ist der Weg der Bayrischen Staatsregierung, das öffentliche Leben langsam und schrittweise wieder zu öffnen, zu begrüßen. Wenn man es aber nicht fair für alle Bereiche des öffentlichen Lebens gleichermaßen machen kann und so Willkür und Lobbyismus regieren, dann ist der von Herrn Ramelow vorgeschlagene Weg der Bessere, dann alles aufmachen unter Geboten, anstelle von unfairen Verboten.

    Weshalb kann in Bayern der Einzelhandel und inzwischen auch die Gastronomie wieder öffnen (gemäß vorgegebenen "Hygieneregeln"), andere Dienstleister wie z.B. Volkshochschulen oder Tanzschulen aber nicht ?
    In der Gastronomie braucht es keine Maske mehr, alle reden, essen, lachen gleichzeitig.
    Ist das sicherer als ein VHS Unterricht mit gleichen Abstandsregeln aber alle haben Masken und nur einer redet ?
    Ist das sicherer als Privatstunden in Tanzschulen mit Trainer und einem Paar in einem großen Saal, leichte Bewegung und nur einer redet, Trainer oder Schüler, auch alle mit Maske, nur Schuhe werden gewechselt ?
    Es wäre gut, wenn die Politik nur die "Hygieneregeln" vorgeben würde, die dann gleichermaßen für alle Wirtschafts- und Dienstleistungsbereicht gelten sollten.

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