Politik

Viele Schulen müssen sich auf Flüchtlingskinder einstellen - die Personaldecke aber ist dünn, moniert der Lehrerverband. (Foto: dpa)

15.09.2015

Solidarität an den Schulen

Ferienende in Bayern: Die Flüchtlingskrise stellt Lehrkräfte, Schüler und Eltern vielerorts vor große Herausforderungen

Der Lehrerverband BLLV hat die Eltern in Bayern zur Solidarität mit den Flüchtlingen aufgerufen. "Wir sind eine Gemeinschaft in Bayern, die solche Themen bewältigen kann", sagte die Verbandspräsidentin Simone Fleischmann zum Schuljahresbeginn. Auch die Lehrer bräuchten jetzt Mut und Kraft, "aber sie sollten auch laut schreien, wenn es nicht mehr geht".

Viele Schulen seien nur unzureichend auf die große Zahl von Flüchtlingskindern vorbereitet, sagte Fleischmann. Es gebe zu wenig Dolmetscher, Pädagogen, Psychologen und unterstützendes Personal. Viele Turnhallen seien mit Asylsuchenden belegt, so dass dort kein Sportunterricht möglich sei.

Zusammenrücken ja - aber nicht auf Dauer

"Es ist klar, dass jetzt alle zusammenrücken, aber das darf keine Dauerlösung sein", betonte Fleischmann. "Wenn es vier, fünf Monate andauert, werden die Eltern fragen: Wird die Turnhalle auch mal wieder frei?" Dann werde auch die Sorge wachsen, dass einheimische Kinder benachteiligt werden könnten, weil die Lehrer auch für Flüchtlingskinder zuständig seien.

Fleischmann sprach sich dafür aus, das Unterrichtsdeputat von Schulleitern in Grund- und Mittelschulen zu senken: "Sie müssen entlastet werden, um sich um Flüchtlinge kümmern zu können."

Worüber die Lehrer sich freuen ist, dass sie an Wertschätzung in der Bevölkerung gewonnen haben. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Beamtenbunds dbb genießen Lehrer bei 71 Prozent der Menschen in Deutschland ein hohes Ansehen. 2007 waren es nur 63 Prozent. "Die Menschen nehmen wahr, dass viele Lehrer deutlich mehr tun, als sie tun müssen", sagte Fleischmann. Auch die Flüchtlingskrise mache vielen klar, wie wichtig die Arbeit der Lehrer für die Integration der Neuankömmlinge sei.

Mit fast 60 000 Mitgliedern ist der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband die größte Pädagogenorganisation in Bayern. (dpa)

Kommentare (1)

  1. Paul am 15.09.2015
    Es ist schon seltsam, das deutsche Volk verblötet immer mehr!
    In den vergangenen Jahren konnten, keine zusätzlichen Lehrkräfte
    für unsere Kinder eingestellt werden. Im Gegenteil die Lehrkräfte
    wurden nach Beedigung eines Schuljahres entlassen.
    Jetzt wo es an allen Ecken und Enden kracht, soll auf einmal
    zusammengerückt werden und zusätzliche Lehrkräfte stehen
    auf einmal bereit!
    Ganz einfach:
    Wenn in Zukunft keine Lehrer oder Turnhallen mehr zu Verfügung stehen,
    hole ich meine Kinder aus der Schule!!!!
    Da wird nichts zusammegerückt, meine Kinder haben das Recht
    auf eine anständige schulischen Ausbildung.
    Und wenn Sie dass nicht schaffen, erfolgt halt mal ne Strafanzeige!
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