Politik

30.07.2026

Soll die nichtkommerzielle Leihmutterschaft erlaubt werden?

Die nicht-kommerzielle Leihmutterschaft, bei der eine Frau ein Kind ohne finanzielle Bezahlung austrägt, ist in Deutschland verboten. Das sollte sich ändern, findet Michael Kauch, Mitglied des Bundesvorstandes der FDP, Sprecher für LSBTI. Die AfD-Landtagsabgeordnete Elena Roon ist klar dagegen, etwas an dem Verbot zu ändern

JA

Michael Kauch, Mitglied des Bundesvorstandes der FDP, Sprecher für LSBTI

Die FDP will die nichtkommerzielle Leihmutterschaft zulassen. Jede Frau soll selbst entscheiden, ob sie etwa für Freunde oder Verwandte ein Kind austrägt. Zur Menschenwürde gehört die Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Menschen zu helfen, soll nicht verboten bleiben. Es gibt gute Gründe, dies persönlich nicht zu tun. Aber das ist kein Grund, Frauen, die das anders sehen, ihre Selbstbestimmung abzusprechen. Kinder aus Leihmutterschaften entwickeln sich nach allen Studien völlig normal.

In sieben EU-Staaten, Großbritannien und Kanada ist die nicht-kommerzielle Leihmutterschaft bereits Realität – ohne jeden Skandal. Die Regierungskommission zur reproduktiven Selbstbestimmung hat 2024 Kriterien entwickelt, wie das Modell auch in Deutschland ethisch vertretbar gestaltet werden kann. Das ist eine faire Lösung, die eines erreicht: mehr Wunschkinder, die ein glückliches Leben erwartet. 

NEIN

Elena Roon, AfD-Landtagsabgeordnete

Auch eine altruistische Leihmutterschaft macht Schwangerschaft und Geburt zum Gegenstand einer Vereinbarung. Eine Frau darf nicht auf ihre Gebärfähigkeit reduziert werden, um den Kinderwunsch anderer zu erfüllen. Der Kinderwunsch selbst begründet weder ein Recht auf ein Kind noch auf die Schwangerschaft einer anderen Frau. Im Mittelpunkt muss das Kindeswohl stehen. Leihmutterschaft plant die Trennung des Neugeborenen von der Frau, die es ausgetragen und geboren hat, und birgt seelische und körperliche Risiken. Auch ohne Bezahlung drohen familiärer Druck und Abhängigkeiten.

Die Grenze zwischen Aufwandsentschädigung und Bezahlung lässt sich kaum ziehen. So kann die nicht-kommerzielle Leihmutterschaft schnell zum Türöffner für Kommerzialisierung werden. Mutterschaft ist keine Dienstleistung, sondern ein göttliches Geschenk, Verantwortung und Bindung. 
 

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