Politik

08.01.2026

Soll es zur Pflicht werden, die Nationalhymne in Schulen zu singen?

Bei ihrem Parteitag beschloss die CSU die Forderung nach einer Hymnenpflicht: Bei Zeugnisvergaben sollen künftig die Nationalhymne, die Europahymne und – im Freistaat – die Bayernhymne gespielt werden. Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Landtag, erklärt, warum er dafür ist. Für Sebastian Roloff, den Vorsitzenden der Bayern-SPD und Bundestagsabgeordneten, wittert dagegen etwas anderes hinter dem Vorstoß

JA

Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Landtag
Wenn vor einem Länderspiel im Sport die Nationalhymnen gespielt werden, schaue ich gerne in die Gesichter. Ich sehe dann immer Begeisterung, Emotionen und Stolz, die Farben unseres Landes zu tragen und die Nationalhymne zu singen. Bei gesellschaftlichen Anlässen wie der Verleihung von Schul- und Berufsabschlüssen ist es nicht anders. Das gemeinsame Abspielen der Hymnen symbolisiert die Zugehörigkeit auf drei Ebenen – national, regional und europäisch.

Angesichts der zunehmenden Entfremdung zwischen Staat und den Bürgerinnen und Bürgern ist eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls dringend nötig. Mit Hymnen als gemeinsamem Symbol können wir zudem junge Migranten ohne größeren Aufwand integrieren und das Gemeinwohl stärken – wie es andere Länder übrigens auch tun.

Bayern, Deutschland, Europa – was könnte denn unsere Werte, unsere DNA besser repräsentieren als die Melodien und Texte dieser drei Hymnen? Diese musikalische Untermalung verleiht den Abschlussfeiern eine festliche Atmosphäre, die den besonderen Anlass angemessen würdigt und die Bedeutung des erreichten Abschlusses hervorhebt.

NEIN

Sebastian Roloff, Vorsitzender der Bayern-SPD und Bundestagsabgeordneter
Die Debatte um eine Hymnenpflicht kommt mir so vor, als wollte die Junge Union von den eigentlichen Problemen ablenken, die wir in Bayern im Bildungsbereich zweifellos haben. Abgesehen von den oft verheerenden Zuständen an den Schulgebäuden im Freistaat – noch immer gehen viel zu viele Schülerinnen und Schüler pro Jahr auch bei uns ohne Abschluss von der Schule.

Noch immer haben wir das nachweislich ungerechteste Schulsystem im Ländervergleich. In Bayern hängt der Bildungserfolg wie in kaum einem anderen Bundesland maßgeblich vom Bildungsgrad der Eltern ab. Währenddessen steuert die Mittelschule auf einen massiven Lehrermangel zu, obwohl wir gerade dort ausreichend Pädagogen bräuchten. Damit vergeben wir viele Chancen. Da nützt es auch nichts, wenn wir per Dekret eine Hymne verordnen. Wir müssen endlich anpacken, damit jedes Kind in Bayern die Chancen bekommt, die es verdient.

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